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Kurstermine

Tierische Notnahrung
Beginn: 14.04.2012, 16:30
Freie Plätze: 0

GreenCourse
Beginn: 20.04.2012, 16:30
Freie Plätze: 0

RedCourse
Beginn: 27.04.2012, 16:30
Freie Plätze: 0

Pflanzliche Notnahrung
Beginn: 04.05.2012, 16:30
Freie Plätze: 8

Pflanzliche Notnahrung
Beginn: 05.05.2012, 16:30
Freie Plätze: 2




Tag 7, 10. September 2006 : Cane Toads und Leeuwin

Wir liegen gegenüber des Galvans Gorge auf einer Fläche, auf der Kies zur Wiederherstellung der Strecke nach der Wt Season gelagert wird. Ich friere jämmerlich. Die Temperatur von 15° wird durch den Wind noch weiter heruntergechillt. Mein Schlafsack reicht zwar für bis 10 Grad aus, er ist aber so leicht gebaut, dass der Wind durchfegen kann.

Bei Windstille muss ich den Schlafsack öffnen. Jetzt bin ich aber durch Kälte wieder so früh aufgewacht, dass ich in den Ranges wohl das Tarp über das Moskitonetz legen werde. Ich merke, dass das Kälteempfinden durch den körperlichen Abbau noch stärker empfunden wird.

Bis ich an diesem Tag endlich aufstehen kann dauert es eine halbe Stunde. Ich habe taube Finger und zittere. In 500 Metern beginnt der Anstieg zum Phillips-Plateau. Die erste Steigung erwartet uns bald. Hoffentlich schaffen wir die Phillips-Ranges und die darauf folgenden, noch anspruchsvolleren King-Leopold Ranges noch bevor ich die letzte Energie aufgebraucht habe. Markus wird von der Statur bis zum Ende unserer Tour Reserven besitzen. Nach dem ich aber schon fast einen Monat hier in Australien bin, und viel gelaufen und wenig gegessen habe, spüre ich jeden Knochen durch die Haut. Es dauert immer länger, bis ich den morgendlichen Schwindel überwinde.

Einige Stunden später sind wir tief im Gespräch vertieft mitten in den Phillips Ranges. Der erste Aufstieg war nach knapp einer Stunde vollbracht. Hier oben quälen wir uns in Kurven durch den angewehten feinen Sand, in dem die Räder unserer Wägen versinken. Andere sehr Bereiche, vor allem steile Abfahrten sind in gutem Zustand. Nach einer Abfahrt ist jedoch auch immer ein Anstieg. Immer wieder. Um 1 Uhr Nachmittag wird die Hitze zu groß und wir machen eine Pause


Bild: Neben dem Dezent angeordneten Sponsorbanner unseres Angelmaterialsponsors (fishingtackle24.de) lagern wir die getrockneten Fische.

Kein Schatten. Nirgends Schatten. Jeder europäisch aufgewachsene Mensch assoziiert mit viel Sonne auch etwas Schatten. Hier verschwindet der letzte Rest Schatten am Mittag. Sobald die Sonne um 12 Uhr den höchsten Stand erreicht lösen sich die letzten Quadratzentimeter Schatten auf. Es besteht kaum die Möglichkeit zur Erholung. Wir bauen aus Felsen einen Räucherofen und wechseln uns im halbstündigen Rhythmus ab die Fische zu betreuen. Ich sitzte eine halbe Stunde in der Sonne, bedeckt von Fliegen und blase einen Faustdicken Ast an, bis er stark qualmt und richte ihn unter die Fische. Sobald eine Flamme entsteht muss der Ast noch in dieser Sekunde aus dem Räucherofen gezogen werden, ausgeschlagen und wieder unter die Fische geschoben werde. Markus baut währenddessen sein Mossidome auf. Es schattiert leicht. Nach einer halben Stunde wechseln wir ab. Ich lege mich in den Schatten und Markus versorgt die Fische. Wir haben Sie ab nun immer außen an der Sulky angebracht, wo sie noch vollständig durchtrocknen können.

Um drei lösen wir uns aus unserer Mittags-Starre und laufen weiter. Um das Tagesziehl zu erreichen müssen wir insgesamt 25 bis 28 km gelaufen sein. Selbst in ebener Umgebung eine gute Tagesstrecke. Hier in der Hitze, die es nicht erlaubt, in der Mittagszeit voranzukommen, ist es eine gute Leistung.


Bild: Aufstieg auf die Phillips-Ranges. Im Hintergrund brennen die Kimberleys.

Nach der nächsten Steigung haben wir ein kleines Plateau erreicht. Wir haben 4 oder 5 Kilometer ohne Abstieg. Wieder tief in ein Gespräch versunken sehen wir wie ein hoch motorisierter Geländewagen mit geländegängigem Expeditionswohnanhänger anhält. Ein erstaunlich rüstiger Mann von etwa 65 steigt aus. Wir unterhalten uns mit ihm und er ist fasziniert von unserer Konstruktion der Sulky. Markus und ich, zwei abgerissene, dreckige Männlein scheinen ihm sehr sympathisch zu sein. Er ist gerade auf dem Weg zu einem „Aga-Kröten-Camp“. Die Cane Toad ist eine monströse, mehrere Kilogramm schwere, unglaublich hässliche Kröte. Sie ist eines der traurigen Beispiele Australischer Versuche mit dem Land in Einklang zu kommen. Im Zuge der starken agrarindustriellen Revolution in Australien in den Dreissigern wurde vermehrt Zuckerrohr angebaut. Große Flächen wurden erstmals durch eine monokulturelle Zucht bedeckt. Es dauerte nicht lange, bis das fragile und angreifbare System von einem Eindringling gestört wurde. Der Zuckerrohrkäfer verbreitete sich flächendeckend und in riesigen Populationen. Der kleine gelbe Käfer, der einem Kartoffelkäfer ähnelt, zerfraß riesige Mengen der Blätter des Zuckerrohrs. Die Pflanze produzierte –unfähig Photosynthese zu betreiben- keinen –Zucker mehr und das Zuckerrohr war unbrauchbar; starb ab. Wenige Jahre beobachteten di Bauern diese Plage, bis sie unter großen Protesten die aus Hawaii eingeführte Aga-Kröte aussetzten. Sie versprachen sich von diesem Tier eine Dezimierung des Zuckerrohrkäfers. Leider weigerte sich die Kröte die Käfer zu jagen – sie fraß alles was in ihr Maul passte. Und in das Maul passen Tiere von der Größe einer kleinen Katze. Während die Zuckerrohrkäfer von der Kröte unbehelligt blieben wurde die gesamte australische Fauna nachhaltig zerstört. Als ob das nicht schlimm genug wäre, die Kröte kann ein hochpotentes Gift aus Ohrendrüsen sekregieren, das jene Tiere sofort tötet, die wiederum die Agakröte fressen. Alles was von der Kröte gefressen werden kann verschwindet in ihrem Schlund -  was groß genug ist um Kröten zu jagen wird durch ihr Gift getötet. Eine typische australische Neozoongeschichte.


Bild: Unser Räucherofen mit der Nahurng der nächsten Tage

Auf  Aga-Kröten-Camps treffen sich Freiwillige und jagen diese Kröte. So auch dieser ältere Herr. Nachdem ich sagte, dass ich Biologie studiere, war er hellauf begeistert, er selbst ist promovierter Naturforscher. Nebenbei fragte er uns, ob wir gerne segelten. Nachdem wir bejahten, sagte er fast nebenbei, dass ihm das größte Segelschiff der australischen Westküste gehöre – ein riesiger Dreimaster, die weltberühmte Leeuwin.Es liegt zurzeit in Perth vor Anker. Er lud uns ein einen kleinen Turn zu unternehmen. Da Markus nicht via Perth abreist, überlege ich mir, ob ich zusammen mit Micha nach unserer Rückkehr in die Zivilisation eine kleine Seefahrt unternehme. Der Zufall ist geradezu unwirklich, wir treffen einen Multimillionären mitten auf der Gibb, mit dem wir uns gut verstehen. Zum Abschied sagt er, dass er uns sofort die Sulkys abkaufen würde, bräuchten wir sie nicht gerade.

Nach 32 Kilometern waren wir an jener Stelle, die ich mir als Nachtlager ausgewählt hatte. Den Karten Nach sollte hier ein großer Fluss sein. Leider war hier nichts. Also liefen wir über eine Stunde lang weiter, und erreichten nach weiteren 6 das Nachtlager. Wir essen je einen der leckeren Trockenräucherfische zu Abend.