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Pflanzliche Notnahrung
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Tag 8, 11. September 2006 : Wieder Routine und Müdigkeit

Nachdem wir gestern Abend wenig Glück mit sauberem Wasser hatten, sind wir heute Morgen auf der Suche nach Wasser. Unseren Karten zu Folge ist die Distanz von hier zum nächsten Bore – dem Lukins Bore – etwa 8 Kilometer. Nach wenigen Kilometern kommt uns ein Geländewagen entgegen. Er bremst ab und eine Frau mittleren Alters gibt eine Nachricht von Micha durch.

Die Frau kommt vom Imitji Roadhouse, der nächsten Aboriginal-Community. Micha hat dort angerufen um uns eine Nachricht zu übermitteln. Die Frau hat keine genauen Informationen. Irgendetwas sagt sie, dass wir uns verpasst hätten, und sie nicht an unserem voraussichtlichen Treffpunkt sein wird. Irgendetwas sei nicht nach Plan verlaufen. Ich muss mich gedulden. Frühestens Morgen bei Imitji kann ich neue Informationen erwarten. Wir werden Imitji morgen erreichen. Ich mache mir große Sorgen, aber ich halte sie zurück.


Bild: Das tägliche Auf und ab. Der letzte Aufstieg (vor dem nächsten)

Als wir das Lukins-Bore erreichen, sind wir schon wieder vollständig verschwitzt. Die Windräder des Wasserpumpturmes drehen sich. Frisches klares Wasser tropft in einen großen Tank. Wir stürmen zum Wasser und stören uns nicht an der Rinderherde, die uns misstrauisch beäugt. Wir sind hier etwa 500 Metern von der Stelle entfernt, an der wir uns letzte Woche dem unerwarteten Biersegen erfreuen durften. Das Wasser ist herrlich. Wir sind kurz davor in den etwa 2 Meter hohen und 10 Meter breiten Wassertank zu springen, lassen es aber doch bleiben, damit wir das Wasser nicht mit der Sonnencreme unserer Haut verschmutzen. Obwohl das Wasser klar ist, filtern wir es. Die nächsten Tage werden wir in den King Leopold Ranges verbringen.


Bild: Bore, Bohrlöcher sind ein Geschenk, besonders in den trockenen Senken.

Kurze Zeit später verlassen wir die Phillips Ranges und kommen den bedrohlich aufsteigenden Klippen der nächsten Bergkette immer näher. Die Imitji Community liegt in einem Tal, das zwischen den Flanken der Saddlers-Ranges und der Phillips Ranges in das Massiv der King-Leopold Ranges eingeht. In weiter Entfernung lässt sich die Spitze des Mt-Bell erahnen. Dort müssen wir hin. Es ist noch ein sehr weiter Weg.

Vor dem Mittag finden wir ein Gewässer mit Fischen und wir fangen etwa 15 und essen Sie in der Mittagspause, teils als Sushi, den Rest geröstet.

Die Routine hat uns wieder gefangen. Schweigend laufen wir nebeneinander und denken nach. Zeitweise haben wir Mitwind. Meistens kommt der Wind aber frontal gegen uns. Heute Abend wollen wir die Pandanus-Well erreichen. Die Pandanusquellen. Obwohl wir noch nicht in den Leopold-Ranges sind und schon auch nicht mehr in den Philips-Ranges, ist es hügelig.


Bild: Morgens nach Sonnenaufgang. Leider kein Morgennebel, sondern Staub.


Wir durchqueren den Bell-Creek und werden wieder von den March-Flys gepiesackt, während wir uns mit Kleidern in das Wasser schmeissen.
Ich bin müde und überglücklich, als wir endlich die Pandanusquellen erreichen.
Wir legen uns wieder in den Fluss und pumpen uns das Wasser durch den Filter in den Mund
Das Gewässer ist leider tot, ich sehe einen Waran im Gebüsch verschwinden. Sonst gibt es hier nichts zu essen.

Morgen werden wir Imitji erreichen. Ich bin kaputt und merke, wie ich zu müde bin weiter nachzudenken. Übermorgen sind wir schon wieder in den Leopold Ranges.