| Tag 14, 17. September 2006 : Recovery |
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Heute beschließen wir uns am Lennard River auszuruhen. Wir verbringen den Morgen mit Wasserfiltern und Fische fangen. Um die Wasserfilter zu sparen, kochen wir das Wasser vorher ab. Die Menge der Algen im Wasser schwimmt nach dem Abkochen an der Oberfläche als grüner, blasiger Schleim. Dieser wird abgeschöpft und das vorgeklärte Wasser gefiltert. Wir fangen einige kleine Fische, die wir wieder trocknen und räuchern. Ich verbringe einige Zeit damit Fotografien für mein Projekt über Notnahrung zu machen. Mich fasziniert dieses Einverständnis, das das Leben, sterben und verzehrt werden in der Wildnis ausmacht. Jedes Tier – auch wir – sind in dem Einverständnis hier, dass uns die umgebende Umwelt in sich aufnimmt, und aufnehmen will und so zu einem neuen Teil von sich selbst zu verarbeiten. Es ist manchmal nicht einfach mit sich selbst auszumachen, ein Tier zu töten. Doch mit dem Wissen, dass es stirbt, dass es sich hingibt, damit es mir, uns als Nahrung dient, weiß ich, dass ein Einverständnis besteht.
Am Nachmittag Überquert plötzlich eine hagere Gestalt den Lennard River. Ich erkenne ihn sofort. Shaun. Zwar habe ich ihn noch nie gesehen, doch durch Erzählungen weiß ich wie er aussehen muss. Schon bevor wir hier auf die Strecke gegangen sind, habe ich von diesem Mann gehört, der zuerst zusammen mit einem Freund, dann alleine lange Zeit unterwegs ist. Ich rufe ihm zu und er leistet uns am Abend Gesellschaft, nachdem er sich einige weggeworfenen Wasserflaschen zum Wassersammeln gesucht hat. Shaun trinkt als weißes Mitglied einer Aboriginal Comunity seit Jahren ungefiltertes Flusswasser. Auch jetzt geht er zum Fluss herunter und füllt seine zerknüllten PET-Flaschen. Markus und ich schenken ihm einen 4 Liter Wassersack, damit er sich Reserven mitführen kann. Abends sitzen wir zu viert am Lagerfeuer. Wir trinken zusammen Cuppa, Kaffee. Vier abgekämpfte Personen starren in das Feuer. Im Feuer steht ein Topf, in dem drei schöne Garnelen kochen. Wir überreichen Shaun die größte. Später gleichen wir zusammen die Karten ab, da seine Karten nicht detailliert genug sind, dass die Wasserstellen eingezeichnet sind. Wir verbringen eine weitere Nacht am Lennard Rver. Unsere Krokodile „Emil und die Detektive“ grunzen. Es wird kalt und ich freue mich auf die morgige Mittagshitze.
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