| Der Plan |
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Nachdem ich zeitlich durch Klausuren bis Mitte Februar einigermaßen eingespannt war, beginnt nun die wirklich heiße Planungsphase. Es gibt noch viel zu tun. Einerseits müssen die beiden Sulkys noch verbessert werden. Während Markus noch Probleme mit dem Deichselgestänge hat, bin ich auf der Suche nach Verbesserungen an den Radnarben und Schläuchen. Ein Verlust einer Sulky würde imense Auswirkungen auf unser Vorhaben haben. Zwar wird die Gibb-River-Road von Geländewagen ausgiebig genutzt und es gibt Farmen und Ranches auf der Strecke, wir wollen jedoch vollständig wasser- und nahrungsautark die 500 km zurücklegen. Wir werden mit unseren Sulkys voraussichtlich von unserem Startpunkt, der Gibb-Range zwischen Derby und Whyndham (16,07'S/126,31'E) auf der Gibb-River-Road nach Süd-Westen bis Derby laufen. Wir haben etwa 4 Wochen eingeplant, einer Zeit, die uns Reserven lässt.
Und die werden wir möglicherweise benötigen. Die Strecke besteht teilweise aus Wachbrettpiste, teilweise aus helbmetertiefen, vom Wind gezogenen Wellen aus dem feinen, roten Outbacksand. Das Vorankommen wird in diesem Bereich sehr anstrengend sein, da die Reifen der mit je 20 Litern Wasser und weiterer Ausrüstung beladenen Sulkys in den Staub einsinken. Wir experimentieren zurzeit mit verschiedenen Reifengrößen und Raddurchmessern. Außerdem müssen wir uns streckenweise von der Piste entfernen um von der Straße abgelegene Wasserlöcher zu erreichen. Das bedeutet jedoch auch, dass wir uns bei der Ausrüstung auf das Wichtigste und Beste beschränken müssen. Als Nahrung werden wir wahrscheinlich pro Person 2 kg Reis mitführen. Wir werden uns also auch auf die antrainierten Fähigkeiten des Survivals verlassen müssen, um Nahrung zu sammeln.
In der Trockenzeit in den Kimberleys wird die Nahrung hauptsächlich aus Lizzards (kleinen Reptilien), Waranen, Fischen und Krabben aus den Süßwassertümpeln sowie Insekten und Larven bestehen. Daneben werden hauptsächlich die Samen der in dieser Region häufigen Boabab-Trees (Adansonia gregorii) als Grundnahrung und Fettlieferant dienen. Um autark mit GPS und Kameras zu sein wird ein geschlossenes System aus Solarzellen und Akkuladern verwendet. Die Ladung der Sulkys wird zum Schutz gegen Sonneneinstrahlung mit einer silbern reflektierenden Oberfläche bedeckt. Wir hoffen nach etwa 25 Tagen die gesamte Strecke abgelaufen zu sein.
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