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Kurstermine

Pflanzliche Notnahrung
Beginn: 18.05.2012, 16:30
Freie Plätze: 5

Red_Individual_Fra
Beginn: 26.05.2012, 07:30
Freie Plätze: 16

GreenCourse
Beginn: 01.06.2012, 16:30
Freie Plätze: 0

RedCourse
Beginn: 15.06.2012, 16:30
Freie Plätze: 4

Tierische Notnahrung
Beginn: 23.06.2012, 16:30
Freie Plätze: 10




Gefahren und deren Vermeidung

Es wäre natürlich falsch zu behaupten, dass die Tour absolut ungefährlich wäre. Einerseits jedoch macht das Risiko des Unbekanten und die bevorstehenden körperlichen und geistigen Herausforderungen und Verzicht das Projekt erst interessant, andererseits wird jedes Risiko so sicher wie möglich ausgeschlossen und Gegenmaßnahmen getroffen.

Das setzt selbstverständlich eine präzise und umfassende Planung und hartes Training voraus. Ohne die Risiken richtig einschätzen zu können wäre eine solche Tour selbstverständlich unbedacht und viel zu gefährlich. Mit der richtigen Vorbereitung und Erfahrung, werden die Risiken auf ein Mindestmaß beschränkt. Ein Restrisiko bleibt natürlich. Unsere Aufgabe wird während den 4 Wochen ständig sein, absehbare Gefahren zu erkennen und zu verhindern.

Wasser. Wie in allen Steppen- und Wüstenregionen der Erde ist das Hauptproblem eines Reisenden die Wasserversorgung. Vor allem in der Dryseason besteht eine große Gefahr durch Dehydration und Hitze. Wasser als Grundlage allen Lebens, und damit natürlich auch des unseren, ist bei weitem wichtiger als Nahrung. Die Tour ist darauf ausgelegt, das wir nahrungsbezogen von Substanz leben. Eine Aufrechterhaltung des Körpergewichtes ist in dieser Situation nicht möglich – und auch nicht nötig. Wir werden je nach Anstrengung und Grad der Akklimatisierung zwischen 3 und 6 Liter Wasser zum Trinken benötigen. Mit eingeschränkter Nahrungsaufnahme verbunden sind wir so im Notfall etwa 4 Tage unabhängig von Wasserstellen. Wasser aus den Tümpeln und Wasserlöchern muss gefiltert und aufbereitet werden. In den Wassersäcken gespeichertes Wasser muss haltbar gemacht werden. Ein Wassersack pro Person (10 Liter) wird täglich verwendet und bei jeder möglichen Gelegenheit wieder aufgefüllt. Der zweite wird als Reserve gehalten und erst bei längeren Strecken ohne Auffüllmöglichkeit verwendet. Wasserbeschaffung aus der Natur mit Hilfe spezieller Techniken wurde und wird trainiert. Da große Teile der Kimberleys zur Viehzucht verwendet werden, gibt es neben natürlichen Wasserstellen, die austrocknen können, Bohrlöcher, die in speziellen Karten eingezeichnet sind. Rinder sind auf regelmäßige Wasseraufnahme angewiesen. So wird es wahrscheinlich immer Möglichkeiten geben innerhalb von 4 Tagen Wasser aufzufüllen. Wir versuchen uns jedoch vorerst auf natürliche Wasserstellen zu beschränken. Im Falle des absoluten Wassernotstandes besteht die Möglichkeit von vorbeifahrenden Geländewägen Wasser zu erbitten oder die Tour gegebenenfalls abzubrechen.

Fahrzeuge. Wie schon beschrieben scheint die Befahrung der Gibb-River-Road eines der zu absolvierenden Pflichtprogramme eines jeden zu sein, der einigermaßen Geländewagen fahren kann. Doch statt sich auf die Strecke und die Natur mit ihrer atemberaubenden Landschaft einzulassen, langweilen sich die meisten Fahrer nach wenigen Kilometern und beginnen zu rasen. Mit der Strecke absolut unangepasster Geschwindigkeit wird die der gesamte Track von etwa 650 Kilometern in wenigen Tagen heruntergehetzt. Auch „Outbackreiseveranstalter“ mit riesigen geländegängigen Monstren machen die Strecke unsicher. Zahlungspotente Kunden werden von einer Sehenswürdigkeit der Kimerleys zur nächsten gekarrt. Desto kürzer dabei die Fahrt ist, desto angenehmer wird die Reise im klimatisierten Bus. Durch diesen regelrechten Outbacktourismus ging teilweise der Reiz der einst sagenumwobenen, geheimnisvollen Strecke verloren. Um nicht angefahren zu werden, haben wir vor, die Sulkys mit reflektierenden Wimpeln auszustatten. Außerdem wird der, vor allem durch große Viehtransportfahrzeuge am stärksten befahrene Teil der Strecke gemieden. (Whyndham - Gibb-Station) Wahrscheinlich werden wir die Sulkys entweder von Hand führen oder mit einem zuverlässigen Panikverschluss an einem Koppeltragegestell befestigen, um im Notfall eines frontal auf uns zufahrenden Fahrzeuges aus dem Gefahrenbereich flüchten zu können. In der morgendlichen und abendlichen Dämmerung werden wir neben Reflektoren am Hinter- und Vorderende der Sulky Rückleuchten befestigen. Nun muss man sich die Straße nicht wie eine Autobahn vorstellen, das ist sie nicht. Aber schätzungsweise halbstündig oder stündlich werden uns tagsüber Fahrzeuge begegnen. Einen kleinen Vorteil für uns hat diese Fahrweise jedoch: wir können uns an den überfahrenen Tieren, die auf der Straße liegen bedienen. Gewöhnlicherweise ist es nicht ratsam sich von tot aufgefundenen Tieren zu ernähren, in dieser Gegend werden Tiere jedoch nicht länger als eine Stunde liegen bleiben. Adler und andere Aasfresser stürzen sich darauf. Also ist klar: was noch liegt, ist frisch.

Gifttiere. Die größten Gefahren durch Gifttiere in dieser Region entstehen auf der sandigen Piste und ihrer Umgebung durch aggressive Giftschlangen, die sich im Sand eingraben und nicht wie gewöhnlich flüchten. Dazu gehört vor allem die „Death-Adder“, die Todesotter, die sich eingräbt und auf Beute lauert. Außerdem stellt die „King-Brown“ durch ihre Aggressivität und Angriffslust eine gewisse Gefahr dar. Die meisten Schlangen werden jedoch nicht angreifen, wenn wir sie nicht behelligen. Auch Cheliceraten wie Skorpione und Spinnen beziehungsweise Chilopoda wie Skolopender, stellen bei richtigem Verhalten keine Gefahr dar. Die gefährlichste Spinne und eines der giftigsten der Welt, die in dieser Gegend sehr häufig vorkommt, ist die Redbackspider, die Rotrückenspinne. Wie mit Skorpionen und Skolopendern habe ich jedoch auch mit Redbacks schon einige Erfahrung im Umgang und Verhalten gesammelt. Im Notfall eines Schlangenbisses oder Insektenstiches haben wir medizinisches Material, Extraktorpumpen und Binden zur Immobilisierung dabei. Es wird ein vollständiges kleines Notfalloperationsset mitgeführt, das jederzeit erreichbar und einsatzbereit ist. Viele medizinische Fertigkeiten wie zum Beispiel Wunden vernähen und entfernen von eingedrungenen Fremdkörpern wurden im Vorfeld angeeignet und werden noch gezielt trainiert. Ein wenig vorsichtig müssen wir beim Fang von Fischen in den Tümpeln sein. Hier gibt es einige Fische mit Giftstacheln, die von Drüsen mit einem tödlichen Gift versorgt werden. Außerdem können Jumperants sowie Meat- und Bullants durch ihre Giftstacheln gefährlich werden. Vor dem Flug werden wir uns noch einmal auf eine etwaige Insektenallergie untersuchen lassen.

Krokodile. Speziell in Nordwestaustralien besteht in Küstennähe ein großes Risiko durch Salzwasserkrokodile (Leistenkrokodil, Crocodylus porosus) verletzt und getötet zu werden. Im relativen Innland ist der Bestand von Salzwasserkrokodilen jedoch auszuschließen. Zur Sicherheit werden an unübersichtlichen Wasserlöchern selbst entwickelte Wurfeimer verwendet. Die Wasserstellen werden jedoch wahrscheinlich durch Süßwasserkrokodile besiedelt sein (Johnsonkrokodil, Crocodylus johnsoni). Von den bis zu 3 Metern langen Fisch- und Wasservogeljägern, die im Gegensatz zu den Salzwasserkrokodilen kein Territorialverhalten zeigen, geht gewöhnlicher weise keine Gefahr aus. Doch man sollte sie alleine aus Respekt trotzdem nicht bedrängen.

Sonstige Gefahren. Nicht ungefährlich ist das Risiko durch die im Outback myriadenfach vorkommenden Fliegen, die sich gezielt in die Augen von Menschen setzten um zu trinken. Es besteht ein hohes Risiko von dadurch hervorgerufenen Augenentzündungen. Auch der Staub und die von Autos hoch gewirbelten Steine sind nicht zu unterschätzen. Unterwegs werden wir uns mit dichten Sonnenbrillen und Staubschutz bekleiden um Atemwegs- und Augenkrankheiten zu vermeiden. Vor den in Feuchtgebieten vorkommenden Sandflies und Stechmücken müssen wir uns durch hochpotentes Repellant schützen. Nachts liegen wir in dichten, mit Boden versehenen Moskitonetzen um uns vor Besuch von Mücken, Schlangen und Skorpionen zu schützen.