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Großartig! Müsste man denken. Ich selbst »sammle« jedes Jahr zwischen 20 und 60 Zecken.

Und hatte schon drei Mal das zweifelhafte Vergnügen einer Borrelieninfektion.

Borreliose (Auch Lyme Borreliose oder Lyme Disease) ist eine schwerwiegende Krankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht wird und von Zecken und Bremsen mit ihrem Speichel übertragen werden kann.

Ein Kennzeichen der Übertragung kann die Erythema migrans genannte Wanderröte sein, ein roter Ring, der konzentrisch um die Bisstelle größer wird. Dieser tritt jedoch nicht immer auf.

Die ersten Symptome der Krankheit sind Fieber und Schmerzen. Danach entwickelt sie sich in mehreren Stadien (über die wir gleich noch sprechen werden).

Die Wilde Karde Dipsacus silvestris ist eine imposante Pflanze, die seit langer Zeit für verschiedene Zwecke eingesetzt wird.

Besonders auffällig ist der stachelige Blütenkopf, auf dem sich hellviolette Blüten bilden, außerdem Stacheln am Stängel und stängelumfassendes, kreuzgegenständiges Laub. Lange Zeit wurden die Blüten zum Kämmen von Wolle verwendet (Weberdistel).

Volksheilkundlich ist sie bei Hautschäden und Abszessen verwendet worden.

Im Internet und in esoterisch eingefärbten Heilpflanzenbüchern (mit vielversprechenden Titeln, in etwa »Borreliose natürlich heilen« )finden sich in den letzten Jahren Anleitungen, wie aus der Wurzel der Karde ein alkoholischer Auszug als »Medikament« zur Borreliosebehandlung gemacht wird. Findige Hersteller vertreiben diese »Medizin« überteuert als Hilfsstoff gegen »Borreliosebedingte Beschwerden wie Appetitlosigkeit«.

Toll! Anstatt nach einer Infektion 3 Wochen lang schwere Geschütze wie hochdosiertes Doxycyclin aufzufahren, reicht jetzt zwei mal täglich ein Kräuterschnaps?

Der Faktencheck

Leider nein. Um zu verstehen, woher dieser gefährliche Irrglaube kommt, und was ihn so brisant für uns Outdoorer macht, muss ich etwas ausholen.

Als »Survivaler«, Bushcrafter und dergleichen bilden wir leider aufgrund des erhöhten Interesses für pflanzliche Medizin und natürliche Zusammenhänge eine gefährliche Schnittmenge. So sind Outdoorer überdurchschnittlich häufig von Zecken befallen. Außerdem sind viele aufgrund falsch verstandener Aufgeschlossenheit leider für Alternativ»medizin« besonders angreifbar.

Alternativmedizin gibt es als solche nicht. Hilft ein Mittel oder eine Behandlung (auch pflanzlich) nachweislich, nennt sich das Medizin. Unterstützt sie eine Behandlung, ist es Komplementärmedizin.

Hilft etwas jedoch nur unter Klangschalengetrommel, in Begleitung eines indigenen süddeutschen Schamanen, bei Vollmond (manchmal), wird diese Quacksalberei zur Alternativmedizin umgetauft.

Borreliose ist eine besonders perfide Krankheit. Die Keime sind sehr robust und legen ohne Schwierigkeiten unser Immunsystem lahm. Sie vermehren sich ohne medikamentöse Behandlung unter Verschlimmerung der Symptome nahezu ungehemmt, die Bakterien verteilen sich im gesamten Körper, bis: die Krankheit plötzlich weg zu sein scheint.

Dies hat zweierlei Gründe. Ausgebrochene Borreliose kann in seltenen Fällen spontan ausheilen. Häufiger ist jedoch, dass die Infektion in einen dormanten, also schlafenden aber dauerhaften bzw. persistenten Zustand übergeht. Die Keime »verstecken« sich in Nervengewebe und Gelenken und können dort über Jahrzehnte vom Immunsystem unerkannt bleiben.

Die vermeintlich ausgestandene Krankheit ist jedoch tatsächlich dabei, einen Großangriff vorzubereiten.

Das Schlimme daran: in diesem Stadium kann die Borreliose nicht mehr abschließend behandelt werden.

Wie die Spätfolgen aussehen, ist kaum vorherzusagen. Erst Monate oder Jahre, teilweise Jahrzehnte nach der Infektion kommt es zu chronischen Beschwerden. Dauernde Müdigkeit, Depressionen, Nervenschäden, Arthritis, Tremor, Gelenkschäden, Meningitis, Herzbeschwerden, Enzephalitis, Empfindungsstörungen und viele weitere Überraschungen warten dann auf den Erkrankten.

Die Symptome können jederzeit auftauchen und wieder verschwinden. Sie sind, wie man so schön im Arztdeutsch sagt: unspezifisch.

Zu den Beschwerden erhält man also kostenlos eine jahrelange Ärzteodyssee vom Neurologen über den Kardiologen, vom Physiotherapeuten zum Psychologen – und zurück, bis endlich die korrekte Diagnose gestellt wird.

Woher kommt die absurde Behauptung, dass die Kardenwurzel, die außer ein paar Glycosiden in geringen Konzentrationen keine ernstzunehmenden Wirkstoffe enthält, gegen Borreliose wirkt?

Das Stichwort ist »Signaturlehre«.

Die Signaturlehre ist eine aus dem Altertum kommende Disziplin, die davon ausgeht, dass sich Pflanzen überlegt haben, dass sie doch gerne mit uns Menschen kommunizieren möchten.

Die grünen Lebewesen, die in ihrer jetzigen Form schon einige hundert Millionen Jahre länger auf der Erde sind als die ersten Menschen, haben diese Zeit aber nicht genutzt um etwa sprechen zu lernen, sondern in weiser Voraussicht ihr Aussehen so verändert, dass Menschen daraus Informationen ziehen können.

Das ist im Prinzip nichts anderes, als eine kreative Version von Intelligent Design.

Ein herzförmiges Blatt ist also gut für das Herz. Augenflecken auf einer Blüte weisen darauf hin, dass die Pflanze bei Kurzsichtigkeit hilft. Und Pflanzen mit einem stattlichen, harten Kolben... lassen wir das besser...

Wenn wir das weiterführen, sind wir jedoch schnell bei Tigerpenisen und Nashornhörnern, über deren Nutzen man kaum diskutieren muss – auch nicht in Esoterisch-Alternativen Zirkeln.

Interessanterweise wird von den Verfechtern der Signaturlehre (die übrigens schon im Altertum als überholt galt), sehr selektiv das Aussehen einer Pflanze mit dem Nutzen verknüpft. So müssten Schimmelpilze gut für den Haarwuchs sein und die Samen des Goldregens sollten die Nierentätigkeit verbessern (jene machen aber nicht gesund, sondern tot).

Was hat die Signaturlehre mit der Karde und der Borreliose zu tun?

Der Kolben der Karde blüht hell-violett (also die selbe Farbe wie das Erythem nach einem Zeckenbiss) und die mittleren Blüten blühen zuerst in einem Ring auf, der dann nach oben und unten »wandert«. Siehe da:

»Die Karde hat die Wanderröte – dann muss sie doch gegen Borreliose wirken.«

Fazit

Die »Borreliosebehandlung« mit Kardentinktur ist ein ganz trauriges Kapitel, das in unserer vermeintlich aufgeklärten Zeit eigentlich unvorstellbar sein sollte.

Durch »Selbstversuche« mit dem völlig wirkungslosen Schnaps werden anekdotische »Heilungen« (in Wahrheit ist es die »stille Phase der Krankheit«, mit Glück eine Spontanabheilung) hervorgezaubert.

Außerdem gibt es sehr viele Menschen, die durch eine verschleppte Borreliose aus ihrer Jugend die chronische Phase erreicht haben und sich als letzten Strohhalm an das »Wundermittel« klammern (die Krankheit kann in dem Stadium nun mal nicht mehr behandelt werden), wodurch mehr begeistert von vermeintlicher Heilung erzählen (da die chronischen Ausbrüche der Krankheit immer mal wieder schwächer oder symptomlos werden).

Dadurch lassen sich Neuinfizierte nicht rechtzeitig mit Antibiotikum behandeln und werden selbst chronisch krank.

Solche Informationen als »Kräuterführer« völlig unreflektiert und unüberprüft abzuschreiben und zu veröffentlichen ist verantwortungslos und verbreitet lebensgefährliche Fehlinformationen.

Es gibt nur eine Richtlinie: Bei vermuteter Borrelioseinfektion (Schmerzen oder Fieber in der Woche nach dem Biss, Erythem) müssen Sie zum Arzt. Dort wird Ihnen Blut abgenommen und dieses wird auf Antikörper gegen die Keime untersucht. Sind solche vorhanden, heißt es 3 Wochen lang die Zähne zusammenbeißen und Antibiotika schlucken.

Entscheiden Sie sich dagegen für den in diesem Fall völlig unwirksamen Pflanzen-Hokus-Pokus – sagen Sie später bitte nicht, dass Sie nicht gewarnt wurden.

Übrigens: Ein vorheriger Krankheitsausbruch macht nicht vor erneuter Infektion immun!

Weitere Informationen zu Zeckenbissen auf Vivalranger.com hier:

http://vivalranger.com/wissensdatenbank/gesundheitsfragen/112-zecken-i-allgemeines

http://vivalranger.com/wissensdatenbank/gesundheitsfragen/113-zecken-ii-entfernen

 

Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen zu den Artikeln (an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), sowie über Anregungen zu weiteren »Survivalmythen«, die ich zur Aufklärung nach neuen wissenschaftlichen Angaben überprüfen und in der Praxis austesten werde.

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