Lernen von den Profis.

Wir garantieren für Ihre bestmögliche Ausbildung. Alle unsere Trainer sind Spezialisten in ihrem Fach - wir lehren nur, was wir auch beherrschen. Nicht ohne Grund ist Vivalranger.com der Marktführer in der Survival- und Bushcraftfortbildung.

Über Ihre Ausbildungchevron

In Text, Ton und Bild

Wissen beginnt mit der Anwendung. Joe Vogel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wichtige indigene Survival- und Bushcrafttechniken zu sammeln, zu beschreiben und zu publizieren. Vivalranger.com ist in diversen wichtigen Medien vertreten und verbreitet Wissen und Werte.

Veröffentlichungenchevron
Wissensdatenbankchevron

In der Wildnis zu Hause

Regelmäßig ist Joe Vogel auf Expeditionen, Reisen und Survivaltouren unterwegs. Hier finden Sie die wichtigsten Selbstexperimente und Projekte von Joe Vogel und seinem Team

Expeditionen und Projektechevron

Ihre Veranstaltung - unser Projekt

Wir arbeiten für namhafte Firmen aus der Veranstaltungs-, Marketing-, Outdoor-, Verlags- und Medienbranche. Nutzen Sie unsere Expertise für Ihre Unternehmung und lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot erstellen!

Kontaktchevron

Beliebte Artikel

Unser Team

Wir sind Vivalranger.com

Neue Mythen

Heavy Metal - Der unsichtbare Mörder

Als Alexander der Große, durstig durch den langen Ausritt, nach zwei kräftigen und geübten* Zügen den Schlauch absetzte, war sein Schicksal besiegelt. Noch auf dem Weg zurück nach Babylon verteilte sich das schleichende Gift in jeder Kapillare seines Körpers. Er war ein lebender Toter, ein zum zum...

Alles für'n Arsch - der Survivaleinlauf

Beobachtet man die von amerikanischen Produktionsfirmen gemachten Survivalsendungen, muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich dabei um reine Unterhaltung handelt, keines Falls jedoch um eine Dokumentation oder um Filme, aus denen fachliche Fakten gezogen werden sollten.

Die Präzedenz-Falle - wenig tödlich

Der junge Keiler war zu unerfahren. Von Weitem konnte er riechen, dass etwas nicht in Ornung war. In der unmittelbaren Umgebung der Dickung aus verzweigten Jungeichen konnte er den Geruch von menschlichem Schweiß, Metall, Kunsttoffleine und geschnittenem Holz wahrnehmen.

Das 10 Min. Ei - wie lange Wasser kochen?

Als die Wasserprobe im Jahr 2003 mit einer Winde auf das Forschungsschiff geborgen wurde, wusste die Besatzung noch nicht, welche Lebensform sie damit an Bord holte. Das unförmige Wesen, das später den technisch anmutenden Namen „Strain 121“ erhielt sollte die Welt verändern.

Achtung Explosiv! Die Hinkelsteingranate

„Der Feueropal steht für die explodierende, ungebremste und ungeordnete Energie eines Vulkanausbruches“ liest man auf einer Internetseite über die „Wirkung“ von Steinen. Steine - diese leblosen, mineralischen, zeitlosen und doch faszinierenden „Dinge“, die uns überall begegnen:

Neues Wissen

Zunder aus Baumpilzen zum Feuerschlagen

  Feuerschlagen mit Stahl und Silex gehört zu den Klassikern der Feuerentzündung. Noch vor einigen Jahrzehnten wurde mit Hilfe dieses Feuerzeugs täglich der Herd in der Küche oder das Kartoffelfeuer auf dem Feld angezündet, bevor die Streichhölzer im 19....

Aber mit Schaf! Alles über Wollkleidung

Draußen wird es wieder kalt und nass – der Winter steht vor der Türe. Wer nun zum Training, Pilz- und Pflanzensammeln in die Natur möchte, muss sich entsprechend warm einpacken. Dabei ist weniger die Kälte ein Problem der sprichwörtlich kalten Jahreszeit, sondern...

Survival-Joes Karte & Workshopliste

Survival-Joe ist auf seiner abenteuerlichen Reise weit unterwegs gewesen und hat viel entdeckt. Finde auf der Karte die Orte und entdecke die Abenteuer, die Du dort erleben kannst.    

Survival-Joes Ausrüstungslisten

Liebe Kinder, liebe Erwachsene, für die Abenteuer des Survival-Joe benötigt ihr das ein oder andere einfache Ausrüstungsteil, das günstig zu beschaffen ist und eine ganze Weile für verschiedene Abenteuer gebraucht und eingesetzt werden kann. Hier stellen wir einige...

Das richtige Fluchtgepäck - der Fluchtrucksack

Über das Prepping, INCHING und Endzeit-Vorbereitungen habe ich mich schon ziemlich häufig folgendermaßen geäußert: „Dazu äußere ich mich nicht.“ Für Reisen in abgelegene und riskante Regionen der Erde habe ich natürlich entsprechende...

Als Alexander der Große, durstig durch den langen Ausritt, nach zwei kräftigen und geübten* Zügen den Schlauch absetzte, war sein Schicksal besiegelt. Noch auf dem Weg zurück nach Babylon verteilte sich das schleichende Gift in jeder Kapillare seines Körpers. Er war ein lebender Toter, ein zum zum Tode verurteilter ohne Aussicht auf Begnadigung.

*Möglicherweise nur deshalb, weil er sich entgegen seiner Gewohnheit nicht mit Mengen von Wein erfrischte, sondern mit Wasser.

Wasser - da sind sich manche antiken Chronisten sicher – das mit dem giftigen Wasser des Styx, dem "grausamen", dem  "schwarzen Fluss" vermengt worden war. Neutral schmeckend, unsichtbar, erfrischen. Praktisch das Polonium-210 der Antike.

Ebenjener „Fluss des Grauens“, der auch durch die Unterwelt floss und schon Götter, die daraus tranken, erkranken und ein Jahr lang verstummen lies.

Die Attentäter hatten alles wohl vorbereitet: Aus dem Fluss Mavroneri in Achaia, der an der Nordflanke des Chelmos in Südgriechenland nahe der heutigen Stadt Aigion entspringt, bargen sie das hochgiftige Wasser und transportierten es viele tausend Kilometer bis nach Babilon im heutigen Irak, wo Alexander der Große weilte.

Obwohl er durch seinen exzessiven Alkoholkonsum und diverse Krankheiten wie die am Euphrat grassierende Malaria vermutlich stark geschwächt war, verstarb Alexander sicher nach einem wochenlangen Martyrium, verstummt und gelähmt durch das Gift des „Schwarzen Wassers“.

2010 erschien eine von amerikanische Historikern (allerdings nicht von Biologen und ganz offensichtlich auch keinen Geographen) ein Bericht, dass es sich wahrscheinlich um ein Bakterientoxin des Archeobakteriums Micromonospora echinospora gehandelt habe, dessen Nachweis allerdings nicht erfolgt war, und das wunderbarerweise nur im Styx gebildet worden sei, obwohl dutzende gleichartige Flüsse dem Chelmos entspringen.

Eine Erklärung sei, dass der Fluss direkt nach seiner obersten Quelle einen 200 Meter tiefen Fall hinunterstürzt und so extrem mit Sauerstoff versorgt würde – allerdings liegt der Fluss im Sommer praktisch trocken – die Attentäter haben schon den Chelmos besteige müssen, um an das kostbare Gift zu kommen. Zusätzlich muss es wohl konzentriert worden sein – bis heute beobachtete natürliche Konzentrationen liegen weit unter irgendeiner toxischen Wirkung.

Ebendeshalb sind bisher in der Literatur keinerlei Vergiftungen mit Flusswasser durch das Zellgift Calicheamicin bekannt geworden; das Gift wurde erst 1989 entdeckt und beschrieben. Mittlerweile dient es der Forschung sowie als Chemotherapeutikum – allerdings im Labor synthetisch vermehrt, nicht aus dem Wasser des Mavroneri extrahiert.

Andere sind sich deshalb sicher: Es muss sich um Schwermetalle im Flusswasser handeln – wäscht der Fluss nicht tiefe Täler und ganze Höhlen in den Berg? Noch heute warnen Reiseführer vor der tödlichen Konzentration von Quecksilber, wahlweise auch Arsen oder Blei im Wasser des Mavroneri.

Dies ist auch eines der häufigsten Sorgen des Wassersuchenden in der Natur. Düngemittel, Pestizide, vor allem aber immer wieder Schwermetalle. Manche Reisende berichten gar von ganzen natürlichen Arsen-Seen, die zum Abbruch von Expeditionen führte - Trinkwasser nicht in Sicht!

Ein Horror: der klare Bach und der scheinbar sauberere Bergsee sind in Wirklichkeit Todesfallen.

Der Mythos:

Während die fäkal-mikrobiologischen Verunreinigungen im Rohwasser durch Bakterien und Parasiten anhand von Indikatoren wie Besiedelung, Kleinstlebewesen und Zusammensetzung des Detritus eingeschätzt werden können, sind Bakterientoxine, Schwermetalle und andere "Gifte" praktisch unsichtbar im Wasser gelöst. Sie sammeln sich in Tieren und Pflanzen an und erzeugen schwere Vergiftungen nach dem Genuss des Flusswassers oder der Tiere. Alleine das Pressen des Rohwassers durch eine Aktivkohlestufe des Trekkingsfilters sichert den Reisenden vor einer schweren Vergiftung durch die Bakterientoxine und Schwermetalle.

Ursprung der Gifte ist schnell ausgemacht: Es müssen diffus aus der Luft oder dem Boden eingetragene Stoffe sein – deshalb wird auch Quell- und Regenwasser gefiltert – ist der saure Regen nicht auch ein Zeichen dieser schwerwiegenden Verunreinigung des Trinkwassers? Und das Grundwasser, der Sumpfquellen, wie viel des Düngers, der auf den Feldern verteilt wird, ist darin enthalten. Stichwort „Nitratbelastung“.

Aus diesem Grund sind auch klares Fluss- oder Quellwasser gefährlich. Wer weiß, was denn schon darin enthalten sein kann?

Der Faktencheck

Die diffuse Angst vor unsichtbarem, das unseren Körper befällt ist ebenso alt wie teilweise richtig. Vertrat man früher die Ansicht, dass böse Geister, ein Fluch oder Gestank Siechtum und Krankheit vebreitete, wusste man irgendwann, dass es sich um Krankheitserreger handelte. Was ist aber mit all den Giften, die nicht nur laut der Bio-landwirtschaftlichen Rethorik unser Leben so schwer belasten, dass der ein oder andere regelmäßig eine vermeintlich sinnvolle Entschlackungskur macht?

Wie viel der Schwermetalle, Bakterientoxine, Nitrat und dergleichen sind im Wasser vorhanden. Ist der Schluck Wasser aus dem Bergsee vielleicht tödlich oder hat er irgendwie sonst eine Verkürzung der wertvollen Lebenszeit zur Folge?

Zuerst einmal müssen wir uns mit den Begriffen beschäftigen, die in dem Diskurs ständig und verworren durcheinander geworfen werden.

Schwermetalle:

Metalle, die je Kubikmeter schwerer als 5 Tonnen sind, werden Schwermetalle genannt. That's it. Dieser Begriff ist vergleichbar mit „Vitamin“ - er sagt nichts über die chemische, biologische oder toxikologische Eigenschaft des Stoffes aus.

Zu den Schwermetallen gehört Eisen, Kupfer, Gold und Silber, ebenso wie Arsen, Blei und Uran.

Die Gefährlichkeit/Giftigkeit ist sehr unterschiedlich und meist abhängig von in der Form, in der das Metall oder Halbmetall vorliegt. Während Sie (zumindest aus toxikologischer Sicht) Problemlos massenweise rostige Nägel und Reißzwecke schlucken können, sollten Sie gelöstes Fe2+ besser nicht in größeren Mengen zu sich nehmen. Ähnliche giftige oder ungefährliche Verbindungen gibt es bei praktisch allen Metallen - auch bei Silber oder Gold.

Bakterientoxine:

Bakterien sind Lebewesen mit einem Stoffwechsel. Sie verzehren Stoffe und scheiden auch wieder Stoffe aus. Das können hochgiftige Stoffe sein wie Botox sein, allerdings auch eher ungefährliche wie Zitronensäure oder Alkohol. Für eine relevante Giftmenge müssen folgende Faktoren gegeben sein:

1. genügend hohe Nährstoffmenge
2. richtige Temperatur
3. Sauerstoffmenge, Mineralien etc. sowie eine hierdurch ausreichend hohe Keimzahl. In aller Regel werden die Toxine in großen Mengen in das Wasser abgegeben, wenn die maximale Besiedelungsdichte erreicht worden ist.

Für entsrechende Biowaffenexperimente eignen sich beispielsweise Kartoffelsalat bei einem Grillabend im Hochsommer ohne Kühlung.

Amonnium, Nitrat und Nitrit.

Praktisch alle bio-organische Stoffe und Lebewesen enthalten eine Menge von Stickstoffverbindungen (durchaus ein Streitpunkt auch wenn bisher noch keine N-unabhängigen Lebewesen entdeckt worden sind). Sterben diese Lebewesen, sickert der Stickstoff in den Boden, wo er von Pflanzen oder Bakterien aufgenommen und verstoffwechselt wird. Hierdurch entstehen Ammonium, Nitrit und Nitrat. Diese Stoffe werden immer mit besonderer Gefahr in Verbindung gebracht – steht doch auf jeder Mineralwasserflasche: "Nitritfrei – geeignet für Säuglingsnahrung"

Diese drei Stoff„klassen“ finden sich in jedem Wasser, das Sie jemals zu sich genommen haben. Mal nur in Spuren, im Falle von Heilwasser allerdings in hohen Konzentrationen (Schwermetalle), Wasser aus Heide oder Sümpfen (Stickstoffverbindungen), naturbelassene Fruchtsäfte (hier tw. auch Schimmeltoxine in größeren Mengen wie das krebsauslösende Aflatoxin).

Die Frage ist, wie schädlich diese Stoffe für den Trinkwassersuchenden sind. Wasser - auch Rohwasser aus natürlichen Quellen - wird anhand verschiedener Merkmale auf eine mögliche Fäkalbelastung eingeschätzt (vgl. Trinkwasser in Extremsituationen S. 49 – 83.). Wer auf diese Weise nur gering belastetes Wasser identifiziert, hat in aller Regel eine so geringe lokale (nicht globale → Saprobien) Nährstoffkonzentration, dass eine große Menge von Bakterientoxinen unwahrscheinlich ist. Vor allem sind die Gifte auch im belasteten Wasser denkbar gering konzentriert. Hier ist oft erst die Sammlung der Gifte in Organismen wie Fischen, Krebsen und Weichtieren schädlich. Aber selbst in diesem Fall ist in aller Regel eine ausgeprägte „Algenblüte“ deutliches und warnendes Signal in eutrophierten Gewässern. Dieser Zustand ist in natürlichen Gewässern ohne hohen Abwassereintrag sehr selten. Wird eine starke Bakterienbelastung festgestellt, ist das sorgfältige Aufbereiten unabdingbar aber auch nur dann – hier kann und muss (aber auch nur dann) die Toxinkonzentration durch Kohlefiltration verringert werden. Aber auch diese Fälle sind sehr selten.

Anders sieht es mit Schwermetallen oder gelösten Metallen im allgemeinen aus. Hier lässt sich höchstens durch die Absenz von Lebewesen eine starke Belastung abschätzen. Stichwort ist der sogenannte „Schwermetallrasen“. Natürlicherweise gibt es diese stark belasteten Schwermetallflüsse an den Hängen aktiver Vulkane, in ehemaligen Bergbauregionen, in Slums, um Goldwäscherregionen und direkt in der Umgebung von Kohle- oder Stahlwerken („Hüttenrauch“). Eine Verunreinigung lässt sich ggf. durch die Färbung des Wasser abschätzen. Aber die wichtigste Sache ist: mit wenigen Ausnahmen ist die Schwermetallkonzentration mehrere Größenordnungen unter dem zulässigen geforderten und sehr vorsichtig gewählten Grenzwert als Lebensmittel (wenn auch nicht als Trinkwasser). Selbst in Rhein, Donau und Co., auch wenn immer wieder mahnende Stimmen von Naturschutzorganisationen in reich bebilderten Zeitungen die hohe Belastung der Fische anprangern.

Klinische Relevanz für – im Survivalnotfall – akute Vergiftungen, haben Konzentrationen von Schwermetallen, die eine steigende Kumulierung im Körpergewebe zur Folge haben. Dies ist meist nur bei hoher Konzentration und jahrelangem Genuss des Wassers (beispiel Heilwasser) die Folge.
Die pakistanische Familie, die Wasser seit Jahren aus einem Brunnen bezieht, direkt neben dem Arsenhütenwerk oder der kleinen Färberei (die Billigkleidung für den deutschen Markt produziert), ist gefährdet.

Nicht aber der Wildniswanderer, der im Harz einige Liter Wasser aus einem durch alte Bergwerke mit Schwermetallen verunreinigten Bach entnimmt. Gefährlich ist bei Schwermetallen zuallermeist nicht die akute Vergiftung, sondern die latente Vergiftung. Und auch nur dann, wenn der relativ langsame Prozess der Entgitung über die Niere langsamer erfolgt als der Neueintrag.

Bei einer akuten Vergiftung (fast immer Arbeitsunfälle), helfen übrigens keine „entschlackenden“ oder ausleitenden Kuren sondern nur aktive Behandlung mit Chelatbildnern wie EDTA.

Gelöste Schwermetallionen lassen sich mit Aktivkohle ebensowenig entfernen wie Kochsalz.

 

Bleiben die gefährlichen Nitrate als letztes typisches unsichtbares „Etwas“ im sonst klaren Wasser. Woher kennen wir Nitrat und Nitrit? Natürlich aus dem Grundwasser. Achja: und aus der Wurst. Denn was im Grundwasser gefährlich ist, ist in der Wurst nur recht und billig. Nitritpökelsalz hilft dabei, gefährliche Giftstoffe durch Bakterien in Fleischkonserven und Wurst zu verhindern (allen voran das oben genannte Botox) und es „umzuröten“. Genau diese Umrötfunktion ist auch das gefährliche an diesen Stoffen: Durch Bakterien zu Nitrit umgewandeltes Nitrat aus der Ammoniumbelastung des Bodens (in dieser Reihenfolge) rötet auch im Körper um: der Blutfarbstoff Hämoglobin zur inaktiven Form „Methämoglobin“ umgewandelt. Das kann tödlich sein.

In der Wurst wird das durch Beimengung von Kochsalz verhindert – Kochsalz reduziert die Nitrit- und Nitrataufnahme im Darm.

Doch bei nitratreichem und kochsalzarmem Trinkwasser ist die oftmals tödliche "Brunnenwasservergiftung" die Folge. Wohlgemerkt aber bei Säuglingen, nicht bei Erwachsenen. Die bilden nämlich die Methämoglobin-Reduktase, ein Enzym, das in der Lage ist, das Methämoglobin wieder aufzulösen.

Bei sehr hohen Nitritmengen (wer Dünger trinkt) kann es zu akuter Vergiftung mit Kopfschmerzen kommen. Für eine tödliche Vergiftung reichen im Boden vorkommende Konzentrationen selbst bei extremer Belastung bei Erwachsenen allerdings nicht aus.

Fazit:

Konzentrieren Sie sich beim Sammeln von Rohwasser darauf, eine hohe bakterielle Belastung zu vermeiden, also schätzen Sie die Eutrophierung bzw. die Saprobie ab.

Praktisch alle Vergiftungen durch Trinkwasser erfolgen durch infektiöse bzw. invasive Bakterien Viren und Parasiten, die eindeutig indirekt erkennbar sind (Besiedelung, Indikatorlebewesen, Geruch etc.).

Streichen Sie für die Trinkwasserversorgung im Notfall die Begriffe Nitrat, Schwermetalle und Toxine aus dem Vokabular, sofern sie nicht neongelb gefärbtes Wasser aus einem Abwasserkanal eines Bergwerkes entnehmen möchten oder Trinkwasser aus einem verfaulten Kadaver auspressen.

Diese Stoffe haben in der Praxis keinerlei Relevanz – nur dann, wenn Sie jahrelang aus der gleichen natürlichen Quelle Wasser entnehmen. Dennoch: die aller-allermeisten Todesfälle ud Krankheiten sind die durch infektiöse Keime verursachten Waterborne-Diseases.

Bohren Sie aber einen im landwirtschaftlichen Gebiet einen Hausbrunnen und wollen mit dem Pumpwasser Säuglingsbrei anrühren – lassen Sie das Wasser regelmäßig untersuchen.

 

Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen zu den Artikeln (an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), sowie über Anregungen zu weiteren »Survivalmythen«, die ich zur Aufklärung nach neuen wissenschaftlichen Angaben überprüfen und in der Praxis austesten werde.

Bitte beachten Sie, dass alle Artikel dem Urheberrecht (und damit dem jeweiligen Autor) unterstehen und weder kopiert noch anderweitig veröffentlicht oder gar kommerziell eingesetzt werden dürfen.

Im Rahmen eines Zitates mit Verlinkung auf die entsprechenden Artikel auf dieser Seite sind Auszüge selbstverständlich erlaubt. Dies gilt nicht für Full-Text-Quotes, sondern nur für themenrelevante Abschnitte in Forendiskussionen etc.