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Bei der weiteren Recherche im großen WWW bin ich auf viele seltsame Seiten gestoßen, da waren welche mit utopischen Preisen, einer mit zu hohem Anspruch und einige Selbstdarsteller, die anhand vieler Zeitungsausschnitte beweisen müssen wie toll sie sind, dass war es schon! Aber Joe war anders, nix von Würmer und Schnecken futtern (hätte mich als Koch eh nicht gestört) Da war was , was in einer Art und Weise an Ehrfurcht vor der Natur, tiefer Respekt und viel Wissen zeigte, Wissen das man sich aneignen möchte.
Na ja, jedenfalls Urlaub eingereicht und aus „Ich geh auf einen Survival-Kurs“ wurde ganz schnell „Ich geh zelten“ Viele hatten dieses Klischee: Schnecken, Würmer und Baumrinde essen, mit einem Kampfmesser durch die Wildnis pirschen – also kurz man ist durchgeknallt.
Tag 1
Treffpunkt war 16.00 Uhr am 26.10.2007 in der Nähe von Karlsruhe „Green Course“, also erst mal was für die Anfänger! Was erwartet mich da, wie ist der Typ der mit 18 durch Australien „latscht“, wer sind die anderen, wie stell ich mich an. Fragen über Fragen und langsam Zweifel am eigenen Verstand! Den Ort habe ich schnell und einfach gefunden, kurze Vorstellung durch Joe und bei den anderen, Zelte am besten „da hinten“ aufbauen und 10 Minuten später war ich schon Mitten drin in meinem Kurs. Feuer schlagen (Flintstein, Eisen und Zunder) Sieht ja einfach aus, ist es aber nicht. Das schaffte nur Peter aus Erfurt, Richard und ich versagten kläglich.

Dabei erfuhren wir auch das 2 krank waren und 2 andere noch am morgen den Kurs abgesagt haben, aber heute Abend noch Norbert und morgen früh noch Thomas dazu stoßen sollen, beide aus Karlsruhe. Im Anschluss ging es dann um die Betäubung mittels Spritzen, Wo, Wie, Wann, Was, Warum. Er zeigte uns seine Reiseapotheke, Medikamente die er auf seinen Touren dabei hat und hatte, wir konnten selber auch an einem Model die örtliche Betäubung mal üben. (Da Norbert am Abend zu uns stoßen sollte behandelte Joe mit uns das was er schon kannte, so brauchte er sich nicht langweilen und konnte uns auch nicht helfen und vorsagen ;-) Weiter ging es mit Kompass, Karte, Maßstab, Sonnenschatten, Sterne und Wetterseite an Bäumen zum eigenen Kompass (selber bauen). Dann kam mein Lieblingsthema ESSEN, aber nur in der Theorie. Was braucht der Mensch und wo findet er die einzelnen Komponente, da waren sie auch , die Würmer und Schnecken, aber es gibt leichtere und effektivere Methoden um an Eiweiß und Fette ranzukommen. Und dann gab es ESSEN ;-))) Fladenbrot mit Hopfentee (Richard lass die Finger in Zukunft davon!) Später gesellte sich noch Norbert dazu und wir ließen den Abend in Ruhe ausklingen. Ab ins Zelt und gute Nacht. Für Peter war es leider keine schöne, da er mit Kopfschmerzen und Co zu kämpfen hatte, dies sollte sich aber im laufe des nächsten Tages legen, er gesellte sich ab und zu zu uns dazu.
2.Tag
Nachdem wir Richard endlich wach bekommen haben und noch vor dem Frühstück, durften wir direkt anfangen mit dem Bau einer Falle (Stöcke suchen und schnitzen). Wichtig war dabei das genaue zubereiten der Stöcke, da dies sonst zu einer Fehlfunktion (Stöcke verdrehen sich beim auslösen) führen kann. Im Anschluss durfte ich mich meinem Lieblingsthema zuwenden, ESSEN. Fladenbrot mit Honig und gekochtes Ei (wobei das Ei gleichzeitig in 3 Varianten zubereitet wird). Thomas kam im Morgengrauen auch dazu und wir waren somit vollständig in unserem Kurs. Nach dem Frühstück ging es direkt weiter mit dem Unterricht. Karte einnorden, Wegberechnung (wie war das noch mal mit sin, cos und alpha ?? Danach Knotenkunde mit Seilen und Bau einer Hängematte. Flaschenzug und Abseilen waren auch dabei. Im Anschluss war die Herstellung von einfachen Seilen dran. Mit Hilfe einer selbst gebauten Speerspitze wäre es uns dann möglich gewesen einen Pfeil oder Speer selber herzustellen. Vor dem Mittagessen (gegen 16.00 Uhr) bauten wir noch schnell eine Trage und brachten einen Schwerverletzten über den nicht vorhandenen Fluss. Bei unserem Mittagessen (Gemüse-Hühnersuppe) wurde uns wieder einmal bewusst das Joe sehr viel Wert auf Fachkompetenz legt. Egal mit welchen „Fachfragen“ wir ihn löcherten, er wusste auf alles eine Antwort und es gelang ihm auch das ganze verständlich zu erklären und auch bei uns die Begeisterung für die Natur in uns zu wecken. Danach war ein Marsch zum See angesagt (Oh Gott mein Rheuma) ! Mein Glück war das Joe bei fast jedem Baum stehen blieb um was zu erklären und so kam auch ich mit meinen kurzen Füssen hinterher! ;-) Bäume, Sträucher und Gräser er konnte zu allem was sagen (meist noch auf Latein) und ich schwöre, er hatte kein Buch dabei wo er ablesen konnte. Im Jachthafen war der Hausmeister so begeistert von unserer Truppe das er nicht mal auf die Idee gekommen ist uns raus zu werfen, die Muscheln die wir mitnahmen waren lecker! Es wurde auch mal dunkel, Zelten, Lagerfeuerromantik – grins – nicht bei Joe! Beim Lagerfeuer/Grill durften wir dann mit Ton kneten, ach war das schön. Becher, Wasserfilter und aus Birkenrinde Birkenpech herstellen war angesagt. Aber alles hat ein Ende, auch dieser Tag hatte eins, Schlafsack und 5 Minuten später nur noch süße Träume.
3. Tag
Gegen 8.00 Uhr waren wir alle bereit für den Rest. Fladenbrot mit Brennnesselspitzen und Honig, Kaffe und Tee. Dabei besprachen wir die Aufgabe die uns gestellt wurde, ab zum See und die Materialien für einen Wasserfilter besorgen. Gesagt getan. Der Wasserfilter war echt gut (sieh HP von Joe) Danach ging es noch in den Wald um mal zu sehen was für Tiere dort leben und was man in der NOT auch alles essen kann, man findet immer was. Danach verlangte Joe den nötigen Respekt im Umgang mit einem toten Tier, denn er auch ohne wen und aber bekommen hat. Keiner hatte das Bedürfnis sich in irgendeiner Form mit einem toten Tier zur Selbstdarstellung mal fotografieren zu lassen. Auch sie waren mal ein Teil unserer Erde. Das Fell abziehen, ausnehmen und weiterverarbeiten war dann das gemeinsame Ende dieses Kurses.
Fazit.
So verschieden wir alle auch waren, am Ende einigte uns das Verlangen nach mehr. Das Verlangen nach mehr Wissen und mehr Verständnis für die Natur, sie ist ein Teil von uns und auch ein Teil in uns.
Dies war ein Bericht von Peter Bäder zum „Green Course 2007“
PS. Joe wir sehen uns wieder, beim Red !
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