Feuerschlagen mit Stahl und Silex gehört zu den Klassikern der Feuerentzündung.

Noch vor einigen Jahrzehnten wurde mit Hilfe dieses Feuerzeugs täglich der Herd in der Küche oder das Kartoffelfeuer auf dem Feld angezündet, bevor die Streichhölzer im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug begannen.

Zu dieser Zeit konnte guter Zunder an jeder Straßenecke gekauft werden.

 

Heute ist das schon sehr viel schwieriger, denn: Zunder ist nicht gleich Zunder und die Herstellung benötigt einiges an Erfahrung und ist relativ aufwendig. In den letzten 10 Jahren habe ich rund 50 kg Zunder hergestellt und dazu mehrere hundert Kilogramm dieser Baumpilze verarbeitet. Ich möchte mit dieser Anleitung die Möglichkeit zum »Nachkochen« weitergeben.

Fertigen Zunder gibt es seit 2016 wieder bei uns im Onlineshop.

Ausgangsstoff ist ein noch nicht abgestorbener, aber voll ausgereiften Fruchtkörper eines Weichholzbaumpilzes (am besten geeignet ist Fomess spec. von befallenen Pappeln).

Sie sammeln den Pilz am besten nach einer Regenperiode in Auenwäldern. Suchen Sie sich dort umgestürzte Pappeln. Hier werden Sie meist fündig. Der Pilzkörper hat in reifem Zustand einen Durchmesser von ca 30 – 50 Zentimeter. Wenn Sie von oben mit einem stabilen Messer in die Borke des Pilzes einschneiden, dringt das Messer in ein elastisches und sehr zähes Geflecht ein. Ist die Schicht jedoch steinhart, suchen Sie am besten einen jüngeren Fruchtkörper. Die Pilzschicht, das sogenannte Trama, ist etwa rehbraun. Sollte die Schicht heller sein, ist der Pilz zu jung, oder es handelt sich um die falsche Gattung.

Ist der Pilz abgestorben, ist er häufig von Käferlarven und Schimmel befallen und die Faserstruktur ist für guten Zunder nicht mehr geeignet.

Anmerkung: Entgegen anders lautender Angaben im Internet steht der Pilz nicht unter Naturschutz. Fomess gehört vielmehr zum häufigsten Erreger der Weißfäule, die für nahezu jeden Bruch in alten Papelbeständen verantwortlich ist. Der Pilz wächst im gesamten Baum und ernährt sich dort vom roten Bestandteil, dem Lignin. Wurde dieses abgebaut, ist der Innenquerschnitt des Holzes schneeweiß und porös.

 Der Pilz wird mit einem scharfen Brotmesser in rund 1 cm dicke Scheiben geschnitten. Dabei sollten Schichten abgetrennt werden, die parallel zur darüber liegenden Borke liegen. Es müssen die Pilzfasern durchtrennt werden, was viel Kraft benötigt. Deshalb ist der Einsatz einer Brotschneidemaschine sinnvoll. Vor allem, wenn Sie mit dem Messer ungeübt sind.

Durch diese Schnittrichtung wird der Zunder später flexibel und erhält eine sehr weiche und samtige Oberfläche.

Von der Tramaschicht werden nun die darunter liegenden Röhren, die körnige Innenschicht sowie eingewachsenes Holz und die Borke entfernt.

Die Tramascheiben sollten flexibel, also nicht brüchig sein und sich auf Zug leicht verlängern.

Nun kommt das Trama in einen Kochtopf mit Wasser und auf ein Feuer. Das Wasser wird kurz aufgekocht. Danach wird die Flamme so eingestellt, dass das Wasser gerade noch simmert. In diesem Zustand verbleibt das Trama je nach Härte und Struktur für 5 bis 10 Stunden (!) auf der Hitze (regelmäßig heißes Wasser nachgeben).

Ist alles abgekühlt, wird das Trama mit einem breiten Gummi- oder Holzhammer auf einem Block flach geklopft. Dabei muss mit Gefühl vorgegangen werden, da sonst die Struktur des Zunders zerrissen wird. Beim Klopfen wird der Zunder vom Wasser befreit.

 Man sollte das Ganze nicht in der Wohnung machen, da es sehr spritzt und die Flüssigkeit braune Flecken hinterlässt.

Das geklopfte, nur noch feuchte Trama wird nun flach übereinander in einen hitzefesten und kochend heiß gespülten Kunststoff(!)topf gelegt.

Nun kommt Nitrierlösung hinzu. Diese kann man sich entweder aus natürlichem Salpeter herstellen (Kristalle an feuchten Kellerwänden), aus etwa 4 Wochen lang offen gefaultem Urin (eine traditionelle Methode, die jedoch sehr geruchsintensiv ist), oder mit Hilfe von Kaliumnitrat aus der Apotheke.

Verwenden Sie Salpeter bzw. Kaliumnitrat, sollte die Lösung maximal 2-5 % stark sein (20-50 Gramm auf einen Liter Wasser). Hinzu kommt ein Teelöffel Kochsalz, der als "Explosionsbremse" dient, damit der Zunder nicht zu schnell abbrennt.

Man liest häufig etwas von gesättigten Lösungen. Wir möchten aber keine Zündschnur oder Sprengstoff herstellen, sondern Zunder, der Funken sicher fängt und trotzdem möglichst lange glimmt.

 

Anmerkung: Da Kaliumnitrat auch zur Herstellung von Sprengstoff geeignet ist, sollten Sie den Stoff sicher verwahren und nur so viel besorgen, wie Sie bei einemal Zunderherstellen auch tatsächlich benötigen. In der Apotheke wird »Zundermachen« ggf. auf Misstrauen stoßen. Hier ist das Pökeln eigener Wildwurst oder Beizen von Schurwolle ein geeigneter Grund.

 Die Nitrierlösung wird nun zum Sieden gebracht und noch kochend in das Kunststoffgefäß auf den Zunder gegeben. Danach wird schnell ein passender, abgekochter Deckel aufgelegt (nicht zugeschraubt).

Dieser Topf bleibt nur zwischen 3 Wochen und 2 Monaten stehen. Damit das alles nicht zu gammeln beginnt, sollte in der Zeit der Deckel nicht vollständig angehoben werden. Wenn sich Schimmel bildet, wird ein wenig Hypochloridllösung zugegeben.

In dieser Zeit wandert das Nitrat in die Pilzfäden ein und lagert sich dort ab. Diese Dauer macht auch den großen Unterschied zwischen gutem Zunder, der langsam und gleichmäßig glimmt und mäßig gutem Zunder, der an einigen Stellen sofort abbrennt, an anderen keinen Funken fängt.

Nach dem Nitrieren wird der Zunder auf Zeitungspapier ausgelegt und getrocknet.

Anmerkung: Das Zeitungspapier muss vor dem Wegwerfen unbedingt in Wasser gelegt werden, da es sonst zu unvorhersehbaren Bränden im Müllcontainer kommen kann. Außerdem darf niemals im Backofen getrocknet werden. Hierbei erhitzt sich die gesamte Menge Zunder und kann schlagartig abflammen und so zu einer Explosion führen.

Zunder sollte nach dem Trocknen luftdicht in einer Plastiktüte oder Blechdose gelagert werden, da er hygroskopisch ist – also Wasser anzieht. Außerdem sollte Zunder nie in größeren (über 50 Gramm) Mengen zusammen gelagert, verpresst oder in festen Behältern oder Glas gepackt werden.

 

 

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