binäre Option Marktzeit Der Mensch ist schon ein komisch Tier. Er richtet sein Leben nach Wahrscheinlichkeiten und Chancen aus und sammelt, um Möglichkeiten und Chancen zu haben, nicht um sie zu nutzen. Dieser Drang nach Besitztum ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass frühe Kulturen nur auf Grund der angelegten Vorräte durch den Winter gekommen sind.

Ob diese Vorratshaltung in Form von vielen Millionen Dollar auf dem Konto, die selbst bei ausschweifendem Lebensstil nie bis zum Lebensende aufgebraucht werden, oder im Sammeln von Briefmarken, Paninibildern, Messern oder Sportwagen zum Ausdruck kommt, ist eigentlich egal.

 

Konterkariert wird dieses „haben wollen” allerdings häufig – und vor allem in der menschlichen „Neuzeit” durch ein „machen können”, dem schwer zu widerstehen ist. Der Mensch macht vieles, weil er es nun mal kann. Ob zum Mond zu fliegen oder 250 km/h auf der Autobahn zu fahren oder in Horden mitten in der Nacht mit Scheinwerfern zum Geocachen durch die Naturschutzgebiete und Wildschonungen zu brechen.

Grenzen sind nur existent, wenn sie ausgereizt werden, also genutzt. Einige dieser Tätigkeiten haben etwas Affektives: in den Neunzigern haben Jugendliche zwanghaft jeden Mercedesstern abgebrochen, der unerwartet am Parkplatz wuchs. Die Sterne wurden gesammelt und.... das war es dann auch.

Der heutige Mercedesstern heißt „Messertest”, bei dem junge Buchen ohne weiteren Nutzen mit dem neuen VEB, GEK, ABC oder wie auch immer „bearbeitet werden”. (Die Youtubekamera ist natürlich immer griffbereit). Wer das mit dem elterlichen Bux im Garten tut, soll das gerne machen – die Schäden bleiben in der Familie. Meist handelt es sich dabei aber um „wilde Bäume”, die niemandem gehören.

Tatsächlich? Jungbuchen sind häufig Aufforstungspflanzen (ich spreche hier nicht von „Krautigem, sondern von jungen Bäumen und Sträuchern), die sehr wohl dem örtlichen Förster „gehören” und Kollektivgut sind. Alleine der Besitzer kann einschätzen, ob die Pflanze zum „Messertest” freigegeben ist. Denn die Pflanze wird durch dieses sinnlose Draufhacken getötet, zumindest verletzt.

Ein Lebewesen weniger. Eine weitere „Killkerbe” im Messergriff.

Diese Beschädigungswut ist in den deutschen Wäldern extrem sichtbar. Liegen gebliebene Feuerstellen, abgehackte Jungbäume, Trampelpfade zum beliebten Cache im bewohnten Fuchsbau und Mountainbike-Trails durch die Schonungen. Selten zeigt sich die Unerfahrenheit der Deutschen mit der Natur stärker als durch die eigentliche Nutzung.
Und wir „Waldläufer”, „Bushcrafter” und „Survivler” jammern, weil wir keine Genehmigungen mehr erhalten und uns Novellierungen der Waldgesetze immer stärker einschränken (Wegegebot, Nachtbetretungsverbot, Verbot des Biwaks und so weiter).

 

Hinzu ist in den letzten 5 Jahren ein weiterer flächendeckender Trendsport gekommen: iq option free download Das Beschädigen von Birken.

 

Birken scheinen vom Bushcrafter schon seit jeher für Beschädigung auserkoren zu sein. Da wird fröhlich vom Stamm (!) einer gesunden (!) und fremden (!) Birke die Borke bis zum Holz (!) abgeschält, da die Rinde gut brennt, obwohl in der Umgebung von Birken meist Holz mit geeigneter Borke am Boden liegt. Was in Sibirien oder skandinavischen Ländern aufgrund der zahlreichen Birken unproblematischer ist, wird in Deutschland zunehmend zum Problem.

Die Birke hat nämlich nicht zum Spaß die brennbaren stark antibakteriellen Inhaltsstoffe in der Borke, sondern aus Selbstschutz. Ist die Borke abgezogen, wächst sie nicht so einfach wieder nach. Wer Borke für das Training sammeln möchte, fragt beim Förster nach gefällten Stämmen und schält nicht wildfremde Bäume.

Mittlerweile haben viele Birken in Stadtnähe kahle Stellen, an denen denkbar unsensibel Borke abgefetzt, geschnitten und gerissen wurde.

Ja, jeder erkennt schon von weitem: Bushcraft ist im Kommen.

 

Nun hat sich eine weitere baltische Tradition zu deutschen Jungbushcraftern verirrt: das Anbohren des Baums, um den süßen Saft der Birke im Frühjahr abzuzapfen.

Was der Borkensammler und Birkenbohrer nicht nachvollzieht: Die Beschädigungen öffnen die Rinde für Bakterien und Pilze. Besonders verletzte Birken infizieren sich oft mit Weidenbohrer und „Baumkrebs” auslösenden oder Fäulnis erzeugenden Keimen. Der Baum wächst nicht mehr richtig, er bekommt Geschwulste und kann absterben.

Warum das niemand mitbekommt? Weil die Lebensspanne und der Krankheitsverlauf von Bäumen etwas anders ist, als bei Menschen. Die Schäden sind oft erst in zehn Jahren zu sehen.

Nur weil unser Zeithorizont ein anderer ist, wird proklamiert: Das schadet den Bäumen nicht.

 

Das ist falsch! Besonders kleinere Birken sterben oft ab oder werden krank. Mit dem Birkensaft wird dem jungen Baum sprichwörtlich zuviel Energie abgezapft.

Unlängst ist hier in der Umgebung ein angebohrter Bestand mit etwa 20 Todes- also Pilz- und Fällkandidaten bekannt geworden. Und das nur, weil im Frühjahr jemand laienhaft die Birken mit einem 14er Holzbohrer angezapft hat – natürlich nicht seine eigenen, sondern fremde.

 

binary options Aber warum und wie zapft man Birken an?

In baltischen Ländern und am Rand der Borealen Wälder Osteuropas hat das Birkenwasser lange Tradition. Hier stehen Abermillionen Birken in dichten Beständen. Birkenwasser wurde als (nicht nachgewiesenes) Heilmittel verwendet und zu Alkohol (Wirkung nachgewiesen) vergoren. Auch hier sterben hin und wieder Bäume ab, wobei die Erfahrung wann und wo und an welchem Baum gezapft werden kann vorhanden ist und die Birken teilweise als Plantagen angebaut werden, nach dem Zapfen versorgt, geschont und bei Krankheit gefällt oder behandelt werden.

 

iq option VIP account registration Aber ist Birkensaft nicht ein wertvolles Nahrungsmittel?

Nein!

Birkenwasser ist größtenteils Wasser. Der Energiegehalt entspricht mit etwa 20-80 kJ/100ml einem Zehntel bis einem Viertel dem von ungezuckertem Apfelsaft und ist damit sehr gering, zumal die Konzentrationen davon abhängig sind, zu welcher Zeit gezapft wird und wie der Baum wächst.

Das süßlich schmeckende Wasser enthält außerdem mit Xylit einen Zuckeralkohol, der für uns überhaupt nicht gut verdaulich ist bzw. zu Bauchschmerzen und Durchfall führen kann. Wer Energie sammeln möchte, kann um die frühe Jahreszeit viel effektiver Löwenzahnblüten auskochen – hier ist bei geringerem Aufwand ein vielfaches an Energie zu erreichen. Rechnet man den Aufwand und die Wartezeit ein, ist Birkenwasser ein denkbar ineffektives Nahrungsmittel.

Nicht ohne Grund wird kommerziell vertriebenem Birkenwasser oft Zucker zugesetzt.

 

binary options Aber verbessert Birkensaft nicht die Nierenleistung?

Nein!

Nierenleistung ist die selektive Wiederaufnahme von Wasser und Zucker bzw. genau gesteuerte Abgabe von Wasser und Abbauprodukten. Was die Nieren „durchspült” verringert die Nierenleistung, was gewollt sein kann - etwa bei Blasen- und Harnwegsinfekten.

Diese diurethische Wirkung ist sehr viel stärker bei Solidago (Goldrute), Leontodon (Löwenzahn) und Urtica (Brennnesseln).

 

Ein Heilmittel?

Trotz Untersuchungen ist keine Wirkung bekannt, die nicht von anderen Pflanzen gut oder besser abgedeckt werden kann.

 

Wer Birkenwasser trinken möchte darf gerne die dicke Birke im eigenen Vorgarten anbohren, aber bitte die wild wachsenden Bäume in Ruhe lassen. Oder aber er kauft sich im russischen Supermarkt für wenige Euro das Birkenwasser, das in Plantagen gewonnen wird.

 

Wir Bushcrafter, Survivler und Waldläufer sind auf die nachhaltige und mit anderen Interessensgruppen gemeinsame Nutzung unserer Wälder angewiesen.

Diese Möglichkeit können wir uns durch nachhaltige und sehr offensichtliche Schädigung des Waldes zunichte machen.

Birken sind Bäume, die Jahrzehnte wachsen. Schäden zeigen sich erst spät. Möglicherweise ist der „Hobbybushcrafter” bis dahin schon auf „Briefmarkensammeln” umgestiegen. Die Bohrungen und Schälungen bleiben aber erhalten. Die verschärfte Gesetzgebung auch.

Wer draußen (außerhalb des gerechtfertigten Notstandes) Pflanzen nutzt, beschränkt sich bitte auf Krautige, Stauden oder schnell wachsende Sträucher wie Hasel oder Hartriegel. Birkenrinde wird vom toten Stämmen am Boden gesammelt.