Die Form eines Bumeranges hat einen bestimmten Grund. Wäre der Bumerang ein Rundholz, würde der Luftwiderstand die Geschwindigkeit zu stark bremsen; der Impuls würde verloren gehen. Also wird das Holz abgeflacht, um geringeren Luftreibung zu geben. Das Ploblem eines flachen Stabes ist jedoch, dass er im Flug querkippt und die große Fläche dem Wind entgegenstellt, zu trudeln beginnt und innerhalb weniger Meter zu Boden geht. Plakativ kann das am Wurf einer Spielkarte nachvollzogen werden. Damit die dünne Kante also in Wurfrichtung zeigt, muss das Wurfholz rotieren und dabei einen leichten Bogen aufweisen, dessen Radialbewegung verhindert, dass er querschlägt.
Was sich in Therorie recht einfach anhört, ist in der Praxis aufwendig. Die Jagdbumerangs sind mehr als einen Meter lang und mehrere Kilogramm schwer.
Im Versuch sollten wir uns deshalb auf eine Größe von etwa einem halben Meter beschränken. Zuerst benötigen wir einen krumm gewachsenen Stamm. Die Biegung sollte einigermaßen der eines symetrisch gebogenen Halbmondes entsprechen. Mit einer Axt oder Machete wird das Holzstück größzügig abgetrennt. Der folgende Arbeitsschritt ist sehr zeitaufwändig und anstrengend und kann länger als zwei Tage in Anspruch nehmen. Dem Faserverlauf des Holzes folgend wird das Holzstück Schicht um Schicht dünner geschabt und beidseitig bis auf einen halben Zentimeter zum Kernholz verdünnt. Es ist große Sorgfalt nötig, um die Winkel der beiden Seiten identisch zu halten.
Nun wird auf dem so erhaltenen Holzbrett die Form des Bumeranges aufgeritzt. Er kann zwei gleichlange oder unterschiedlich lange Seiten haben. Die Enden werden zuerst entsprechend der Markierung verkürzt und zur Mitte hin abgerundet. Die Form sollte nun einem "normalem" Bumerang einigermaßen entsprechen. Es ist übrigens kein Fehler, wenn der nun vor uns liegende Rohling eine leichte Windung hat. Diese stört beim Wurf später kaum.
Nun entscheidet man sich, ob der Bumerang zurück kommen, oder geradeaus fliegen soll. In einer Survivalsituation würde ich den gerade Fliegenden bevorzugen. Für den Geradefliegenden wird die Kante des Bumerangrohlinges beidseitig angeflacht, so dass ein zentraler Grad entsteht. Der so gefertigte Bumerang hat eine große Wucht und fliegt auch von einem Laien geworfen fünzig bis hundert Meter.

Soll der Bumerang zurückfliegen, wird dessen Kante beidseitig nach unten hin abgeflacht. So entsteht eine Form, die dem Querschnitt eines Flugzeugflügels ähnelt. Die Kante muss rings um den Bumerang einigermaßen gleichgeformt werden.

Um den Kylie bzw. Bumerang zu werfen muss man ein wenig vorsichtig sein. Das Gewicht kann dem untrainierten schnell die Schulter auskugeln. Der Bumerang wird an einem Ende gehalten und so geschleudert, dass er schnell rotiert. Durch dieses Rotieren wird die Flugbahn konstant gehalten und ein hoher Aufschlagimpuls erzeugt.

Ein Bumerang, der zurrückkehrt wird beim Wurf mit jener Kante, in deren Richtung er wendet, leicht schräg nach oben gehalten. Es ist einige Übung nötig, um den Wurf präzise auszuführen.

Nach einigen Tagen der Übung sollte es gelingen mit einem Kylie so präzise und stark zu werfen, um zum Beispiel ein Kaninchen oder eine Ente in etwa 20 Metern Entfernung zu erlegen.

 

Viel Spaß beim Nachbau und Üben wünscht Ihnen Joe Vogel!