Über das Prepping, INCHING und Endzeit-Vorbereitungen habe ich mich schon ziemlich häufig folgendermaßen geäußert: „Dazu äußere ich mich nicht.“ Für Reisen in abgelegene und riskante Regionen der Erde habe ich natürlich entsprechende Strategien und ich habe auch Situationen erlebt, die eine Evakuierung notwendig gemacht haben.

Die Realität ist aber wie so oft eine völlig andere, als in Filmen und Endzeitbüchern vermittelt wird. Aus diesem Grund ist das (mit Ausnahme zur Expeditionsvorbereitung) auch kein Thema für mich.

Allerdings laufen im Zusammenhang zu meinen Büchern immer ein paar Rückfragen auf, die ich gerne hier einmal gesammelt beantworten möchte.

Insbesondere auf die benötigte Ausrüstung und Nahrung werde ich häufig angesprochen.

Nun ja... 

Ich lebe einen guten Teil des Jahres in einer von Krisen gebeutelten Region, die neben einem finanziellen Totalausfall auch oft mit Hochwasser und starken Beben zu kämpfen hat. Statt sich mit eingeschweißten Spaghetti im Keller zu verstecken machen die Bewohner etwas anderes: Sie helfen sich gegenseitig, lernen mit der neuen (und dauerhaften) Situation umzugehen und versuchen diese gemeinsam durchzustehen. Es werden Wildpflanzen gesammelt, Gemüse angebaut und der Lebensstandard auf das "maximal Erträgliche" und darüber hinaus zurück gefahren.

Und genau auf diese Erfahrungen bezieht sich meine Beschreibung einer Empfehlung für den Notfall.

Die Zusammenarbeit und gemeinsame Bearbeitung einer Krise wird in Deutschland nicht anders vorbereitet: gemeinschaftlich. THW, Feuerwehr und Armee bereiten sich stellvertretend für den Bürger mit hohem finanziellem und technischem Aufwand  vor und lagern Nahrung ein, sind ausgebildete Fachkräfte für Wasserversorgung oder Evakuierung. Wir bezahlen das auch von unseren Steuern, weshalb der organisierte staatliche Katastrophenschutz nicht "die" sind, sondern "wir alle".

Diese Gemeinschaft – das wird heute immer wieder vergessen – ist der in Deutschland und Mitteleuropa sehr gut funktionierende Staat. Keiner von uns hat einen Lastkran in der Garage oder eine Hydraulikschere unter dem Bett liegen – für Großsituationen wird ausgebildete, große Menge an Manpower benötigt – die gibt es und auf die können wir uns auch ziemlich gut verlassen.

INCH? Eher Zentimeter!

 

Was, aber wenn alles daneben geht? Atomkrieg, Überschwemmung, Kometeneinschlag? - When the Shit hits the fan.

Beliebt ist in der Vorbereitungsszene das „INCH“en (I (will) Never Come Home (again). Also das Vorbereiten auf den Fall nie mehr heim zu kehren – früher nannte man das Evakuierung oder Flucht (eine Situation in der sich viele Menschen weltweit befinden, mit denen sich sonderbarer Weise viele Prepper nicht identifizieren und sie auch nicht über Erfahrungen befragen).

Man kann hierfür unverschämt teuere Ausrüstungslisten und Gegenstände käuflich erwerben. (Mit der Argumentation, dass der Schreiber auch dafür Ausgaben hatte. Früher nannte man das eigenes Geschäftsrisiko... Und Anthrax-Nachweis-Lutschpastillen für 200 € das Stück und eine Geigerzähler-App mit verknüpftem Yambaa-Spar-Abo braucht auch jeder. Ja, mit der Angst lässt sich Geld machen...).

Es scheint, als ob in Deutschland eine Mischung aus Panik und Dystopie-Romantik Einzug gehalten hat.

Wer evakuiert werden muss, wird keinen 50 kg Rucksack mit Schrotsäge, Jodtabletten und Armbrust mitnehmen können. Auch keinen kleinen Zugwagen, um seine Barren "Hartgeld" zu transportieren. Wichtig sind warme Kleidung und zum Wiederaufbau der eigenen Existenz: Zeugnisse und Nachweise.

Flucht bzw. INCH ist kein Luxusurlaub, sondern Trennung von allem Materiellen.

Alles andere ist im Fall einer Evakuierung unnötiger Ballast, der sich negativ auf die Überlebensfähigkeit aller auswirkt.

Nehmen wir uns ein Beispiel an denjenigen, die erst kürzlich zu einer Flucht gezwungen waren: Kommt es „hart auf hart“, müssen viele Kilometer zu Fuß bewältigt werden. Selbst mehrere tausend Kilometer werden verletzt und mit Kindern innerhalb mehrerer Monate gelaufen.