Leave no trace! Sonmst siehts bald überall so aus.Nach dem Grundsatz "Leave no trace" sind erfreulicher Weise immer mehr Menschen unterwegs. Aber zu vielen fehlt noch die Einsicht dafür.. Leave no trace ist die einzige Möglichkeit unseren Kindern und den folgenden Generationen die Welt so zu zeigen  wie sie ist - oder vielleicht einst war. Schon heute ist vieles irreversibel zerstört und verloren. Eine Bitte.

"Wir haben die Welt von unseren Kindern nur geliehen."

Wie häufig kommt es vor, dass Sie sich an einem schönen Platz etwas ausruhen oder Sie sogar dort übernachten möchten und merken erst aus der Nähe, dass es sich bei ihrem Platz leider um eine regelrechte wilde Müllhalde handelt. Viel zu viele Menschen vernichten Stück für Stück einen Teil unserer gemeinsamen Umwelt. Während die Menschen, die in der Stadt oder in bewohnten Gegenden mit Müll verantwortungslos umgehen, immer noch die Stadtreinigung oder die Müllabfuhr haben, die ihre Ignoranz kompensieren und aufräumen,  haben Sie als Reisender in abgelegene Regionen eine besondere und viel größere Verantwortung.  Sie bewegen sich mitten im –(vielleicht) noch sauberen- Herzen der Natur. Lassen Sie dort Müll in Form von Plastiktüten, Flaschen oder Dosen, werden diese mit einiger Sicherheit für eine halbe Ewigkeit oder für immer dort liegen bleiben.

Wenn Sie sich als Reisender diesem Problem widmen und dagegen angehen möchten, können Sie das machen, indem Sie „Leave no Trace“ als Reisestil anehmen.

Der Lagerplatz sowie die von Ihnen benutzten Wege sollten nach deinem Besuch so aussehen wie davor. Als Individualreisender haben Sie schon mal einen Anfang gemacht. Sie haben nicht die ausgetretenen Wege des Massentourismus gewählt. Seien Sie sich aber im Klaren: Wenn jeder All-Inclusivetourist individuell reiste wären die Folgen verheerend. Möglicherweise ist es besser eine enorme Zerstörung der Kultur und Umwelt des Reiselandes durch Massentourismus auf winzige Ballungszentren zu konzentrieren, als  wenn jeder Reisende neue Wege (ein)schlägen und viele kleine „Wunden reißt“.
Leave no trace beginnt also schon mit der Wahl der Reisegegend. Suchen Sie sich Reiseziele, die dafür bekannt sind nicht von alleine Ziehenden aufgesucht zu werden.

 

Zum Reisen ohne Spuren zu hinterlassen gehören vor allen Dingen auch:

- Intaktlassen der Flora
- Wenn ein Feuer benötigt wird, dann bitte nur ein sicheres und winziges Kochfeuer in einer Grube aus Todholz . Das Feuer wird mit Wasser gelöscht, am Morgen wird die Grube zugeschüttet.- Mitnahme aller Packungen, Tüten, Dosen. Taschentücher usw. Mehr Müll aus dem Wald mitnehmen, als man mitgebracht hat - die Fehler der anderen ausgleichen helfen
- Vergraben aller natürlichen oder „menschlichen“ Abfälle in mindestens 15 cm Tiefe. Nichts ist unangenehmer als mit Tretminen zugepflasterte Schlafplätze.
- Bei Entnahme von Lebewesen aus der Natur beschränke dich bei der Menge auf den tatsächlichen Bedarf und nur wenn hierdurch die Population nicht gefährdet werden kann.
- Tiere müssen immer waidgerecht behandelt und getötet werden.
- Beachten Sie die örtlichen Sitten und Gesetze (z.B. nicht in konservativen Ländern nackt oder für Frauen: nicht „oben ohne“ baden)
- Behinderten oder alten Bettlern keine unangemessen hohen Almosen geben - arbeitsfähige bettelnde Menschen sowie Kinder bekommen kein Geld ohne Gegeleistung!

 

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist somit das Belassen des kulturellen und sozialen Umfeldes. Was das für Ihre Reise bedeutet müssen Sie selbst erkennen. Für mich bedeutet es zum Beispiel das adäquate Verhalten gegenüber Einheimischen, die nach meinem Besuch genauso gastfreundlich anderen Reisenden aufnehmen sollen. Werfen Sie nicht mit Geld um dich, aber zahlen Sie fair und angemessen. Das verhindert ein Kommerzialisieren der Gastfreundschaft und Abhängigkeit von Bettelei.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass es auch für mich nicht immer leicht und bequem ist alle Regeln einzuhalten. Auch ich richte manchmal im Rahmen von Survival-Training einen kleinen „Flurschaden“ an, indem ich frische Äste oder Ruten schneide. Aber dieser Schaden wird immer so gering wie möglich gehalten und geschieht nur dann, wenn sich die Natur auf jeden Fall wieder von alleine erholt.

Das allerwichtigste –und diese Regel wird von mir nie gebrochen- ist die Mitnahme allen Mülls und die Wiederherstellung des Lagerplatzes. Wenn sich alle Reisenden so verhielten, gäbe es weit weniger Einheimische und Forstbeauftragte, die negativ oder gar feindselig auf Ihr Erscheinen im Wald reagieren. Leider gibt es immer noch Ignoranten, die sich auf das Wohlwollen der Anderen bei eigenen maximalen Verfehlungen verlassen.

Bitte seien Sie keiner dieser, sondern verhalte Sie sich ihrer Vernunft entsprechend.