Klette, große

Arctium lappa

Verbreitung:
Klettenarten sind in nahezu allen gemäßigten Zonen der Erde heimisch. Besonders Europa und Skandinavien zählen als natürliche Herkunft der großen Klette. Auch in Nordafrika, im Nördlichen Amerika und Canada sowie Asien lassen sich Kletten finden, die aufgrund ihrer speziellen Verbreitungstechnik einen großen Streuraum haben.

Essbarer Teil:
Die große Klette kann als wichtigste Notnahrungspflanze gezählt werden. Die große Biomasse produziert riesige Mengen von Innulin und lagert diese in die im Herbst dicke Pfahlwurzel ein. Die Samen enthalten große Mengen Öle, die bitteren Blütenböden können wie Artischocken verarbeitet werden. Die Blätter sind aufgrund des Geschmacks ungenießbar

 

Beschreibung:
Die wenigsten werden diese Pflanze noch nicht bemerkt haben. Auch wenn die Klettfrüchte noch aus der Kindheit bekannt sind, lässt sich der große Wert der Pflanze nicht so einfach erkennen.

Die große Klette bildet die größten Laubblätter in Europa von bis zu 50 cm Durchmesser. Die mintgünen und beidseitig befilzten Blätter stehen in einerbodenständigen Rosette um einen mäßig verzweigten Stiel.

Von unten erscheinen die Blätter silbrig.

Die Sprossachse endet distal in vielen violetten Korbblüten, die an Artischocken erinnern. Erst die verblühten Klettblüten lassen die Erinnerung an die damaligen Wurfgeschosse zu.

Der Stiel geht am Boden in die violette, zentral verholzte Pfahlwurzel über.

Die Wuchshöhe erreicht bis über zwei Meter, während die Wurzel  bis zu einem Meter in den Boden reicht und bis zu 30 cm Durchmesser erreichen kann.

Häufig lassen sich Kletten auf mageren Böden, an Waldrändern oder auf  Wiesen finden. Oft stehen Sie in Gruppen gedrängt und überschatten mit ihren enormen Blättern den gesamten bodennahen Bewuchs.

 

Wert der Pflanze/ Inhaltsstoffe
Die große Klette kann meines Erachtens als die Bushcraftpflanze bezeichnet werden. Nur sehr wenige Pflanzen erreichen einen so hohen Wert.

Die Blätter enthalten große Mengen von Bitterstoffen, die Verdauungsanregend wirken, in großen Mengen jedoch nicht verzehrt werden  können.

Dennoch sind sie geeignet, um Hütten abzudecken, Kochgruben auszukleiden, und Speißen während dem Dünsten einzuwickeln.

Der Stiel ist mit enormen Fasern verstärkt, was die Pflanze zu einer idealen Quelle für die Schnurherstellung macht. Die bis zu einem Millimeter dicken Streifen lassen sich zu regelrechten Tauen verbinden.

Die Wurzel und Samen der Klette enthalten enorme Mengen von Energie. Die Wurzel ist sozusagen die "Kartoffel" Europas.

Wer sich an den Geschmack gewöhnt hat, röstet die Wurzeln gerne in der Glut oder kocht sie. Die äußeren Fasern sind mit einer dicken Schicht essbarer Masseumkleidet. Alleine der Zentralzylinder ist zu stark verholzt, um ihn zu genießen.

 

Verwechslungsgefahren:

Eine große Klette ist kaum mit irgendetwas zu verwechseln. Möglicherweise kann die Wuchsform kleinerer Klettenarten an jene erinnern, was in der Verwendung keinen Unterschied ausmacht.

Wer auf große Blätter, Klettfrüchte und einen roten Wurzelansatz achtet, kann nichts falsch machen.