Schafgarbe, Schaafskraut

Achilea sp.

Verbreitung:
Die Garben oder Achilea sind weltweit auf dem Festland verbreitet. Am häufigsten werden die bekannten Arten mit weißen Blüten und unterschiedlicher Wuchsform im gemäßigten Klima zu finden sein. Mittlerweile eingeführte und weit verbreitete Garbenarten wie die Goldgarbe sind überall zu finden, sowohl in warmen Regionen als auch im subarkischen Bereich.

Essbarer Teil:
Verzehrbar sind bei den Garbenarten alle Pflanzenteile, sofern sie nicht zu bitter schmecken. Höher wachsende Stengel sind jedoch oft verholzt und sind ungenießbar. Die Blüten und Blätter können getrocknet als Tee aufbereitet werden. Junge, saftige Blätter  und Blüten sind als Spinat geeignet. Die Scheindolden lassen sich ähnlich wie Hollunderblüten zu Küchlein verarbeiten

 

Beschreibung:
Schafgarben als Vertreter der Kamilleartigen Korbblütern wurden in der Volksheilkunde als besonders wertvolle Pflanze angesehen. Ihr medizinischer Wert lässt sich heute mittels chemischer Nachweismethoden nachvollziehen. 
Die Wuchshöhe der Pflanze beträgt zwischen 30 und 80 cm.

Besonders erwähnenswert und ausschlaggebend für die sichere Bestimmung sind die Blütenstände, die auf keinen Fall mit den Dolden der Doldenblüter oder Apiaceaen verwechselt werden dürfen. Die Blütenstände der Schafgarbe sind aus einzelnden Scheindöldchen zusammengesetzt, deren Einzelblüten Korbblüten sind. Während bei den teilweise tödlich giftigen Doldenblüter die Blüten auf dünnen Stielen aufgesetz sind, wachsen die Stile der Einzelblüten dicker aus. Die Korbblüten bestehen aus zentralen Röhrenblüten und ringsförmig angeordneten Zungenblütchen. Diese Stände sind von kelchblattartigen Hüllblättern begrenzt.

Die Blütenfarbe der Garbenarten kann zwischen weiß (Schafgarbe) und goldgelb (Goldgarbe) liegen.

Die wechselständigen, häufig mehrfach gefiederten Blätter erinnern ein wenig an die Blätter eines Farnes oder einer Kamille.

Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Garben und Doldenblütern ist, dass die einzelnen Blütenstiele der Garben direkt unter der Blüte mehrfach verzweigt sind und nicht aus einem zentralen Punkt entspringen. Aus diesem Grund spricht der Fachmann hier von Scheindolden und nicht von Dolden (deren Einzelblütestiele jeweils einem Punkt entspringen, der oft von Hüllblättern eingerahmt ist)

Wert der Pflanze/ Inhaltsstoffe
Im Volksglauben wurde die heilende Wirkung der Schafgarbe daher festgestellt, dass sie bevorzugt von kranken und geschwächten Schafen gefressen wurde. Der Geruch der Schafgarbe erinnert stark an den Duft der echten Kamille und auch die Inhaltsstoffe, ätherische Öle sind mit jenen der Kamille vergleichbar. Der Geschmack der Blätter ist durch verschiedene Pflanzenstoffe leicht bitter und würzig. Als Tee aufgebrüht oder auf gereizter und verletzter Haut können Garben entzündungshemmend wirken.

Durch den hohen Anteil von Cumarinsäure sollte auf eine ausschließliche Garbendiät verzichtet werden.

Sekundäre Pflanzenstoffe sollen ausßerdem zerrieben auf der Haut gegen Insektenstiche wirken (einerseits als Repellant, andererseits gegen den Juckreiz)

Verwechslungsgefahren:
Vor allem Anfänger der Pflanzenbestimmung können die im Grunde vollständig unterschiedlichen Pflanzengruppen der Korb- und Doldenblüter miteinander verwechseln.

Die mitunter tödlichen Vertreter (z.B. Wasserschierling, Kälberkropf etc.) sind innerhalb der Doldenblüter nur schwer zu erkennen. Besonders die Blütenstände sind genauestens zu betrachten. Nicht sicher als solche erkannte Schafgarben sollten nicht verwendet werden.

Goldgarben können außerdem gegebenenfalls mit den giftigen Korbblütern aus der Gruppe der Rheinfarne (ähnliche Blätter, jd. keine Zungenblüten) verwechselt werden.

Lassen Sie sich Schafgarben ggf. einmal von einem fachkundigen Pflanzenkundler zeigen, haben Sie den Unterschied einmal erkannt, werden Sie die Pflanzengruppen kaum mehr verwechseln.