Schilf/Schilfrohr/Schilfgras
Phragmites spec.

Verbreitung:
Schilf kommt weltweit in unterschiedlichen Ausprägungen vor, die vor allem durch die unterschiedliche Größe sehr gut unterschieden werden können. Schilf wächst vor allem in Sumpf- und Feuchtgebieten, an Flüssen und Seen.

Essbarer Teil:
Im Sommer die Wachstumszonen an der Basis der obersten Blätter. Junge Blätter, im Winter und Sommer die Samen, die bräunlich-bleichen Wurzelverbindungen (Rizome), die zwischen den einzelnen Halmen wachsen.

 

Beschreibung:
Da Schilf genau so zu den Süßgräßern (Poaceae) gehört wie Bambus, Roggen oder Reis, lässt er sich gut durch seine Anlichkeit in Wuchs und Aussehen mit einem Getreidehalm erkennen. Die einzelnen Halme sind an der oberen Spitze mit einer deutlichen Getreideblüte begrenzt und können zwischen4 und 12 Meter hoch werden und einen Durchmesser zwischen  0,5 und 5 cm besitzen. Die Blätter umschließen den Halm unterhalb der Stelle, an der Sie vom Halm wegführen. Hier lässt sich auch ein kleiner Haarkranz aus weißen und feinen Fasern finden. Die einzelnen Halmabschnitte sind duruch deutliche Knoten unterteilt, weshalb der Schilf im Gegensatz zum Beispiel zum Rohrkolben kein durchgehendes Rohr bildet. Der Gesamteindruck erinnert bei erster Betrachtung zunächst stark an ein Getreide oder an Bambus.

Wert der Pflanze/ Inhaltsstoffe
Da Schilf eine der Pflanzen sind, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den meisten Feuchtgebieten der gemäßigten Zonen wächst (in tropischen Gebieten wird er teilweise von Bambus oder Drachenbäumen abgelöst). In Herbst und Winter lassen sich die kleinen Samenn aus den Blüten lösen, bevor sie vollständig Reif sind, da sie nach der Reife sofort aus den Blüten Fallen. Gekocht oder Roh genossen stellen die Samen eine gute Eriweiß und Kohlehydratquelle dar. Die obersten Blattabschnitte lassen sich aus dem Halm herausziehen. Die im Halm wachsenden Bereiche sind hellgrün und zart und lassen sich direkt vom Stiel herunterkauen. Der Geschmack ist leicht bitter, teilweise mit einem sumpfigen Beigeschmack oder einer leichten "Bananennote". In etwa 30 bis 50 cm Tiefe verbinden weiße Wurzelstücke die einzelnen Halme einer Pflanze. Diese "Rizome" lagern Kohlehydrate ein und lassen sich auskauen. An dieser Stelle entspringen auch kleine und harte Knospen, die zu einem Shcilfhalm auswachsen. Im Jungen Zustand lassen Sie sich sammeln und essen.

Verwechslungsgefahren:
Schilfarten mediterraner oder subtropischer Gegendenden können auf Grund ihres großen Durchmessers mit Bambus verwechselt werden. Während die viele Bambusarten essbar sind, bilden einige Blausäure als Fraßschutz, das durch erhitzen ausgetrieben werden kann. Als sicheres Erkennungszeichen gilt das feine Haarbüschel an der Blatbasis.