Spitzwegerich/Breitwegerich
Plantago lanceolata/major

Verbreitung:
Die verschiedenen Wegericharten kommen kosmopolit, also weltweit vor. Man findet ihn auf Wiesen, auf Magerland und häufig sogar zwisachen Pflastersteinen in der Stadt.

Essbarer Teil:
Blätter und Blüten. Es lohnt sich im Winter den Wurzelballen auszugraben und aufzureinigen, vor allem dann, wenn die oberirdischen Teile größtenteils abgestorben sind.

 

Beschreibung:
Die unterschiedlichen Wegericharten unterscheiden sich besonders in der Form der Laubblätter. Während bei allen Wegericharten die Blätter aus einer grundständigen Rosette wachsen, sind die Blätter des Spitzwegerich lang und lanzettförmig, die Blätter des Breitwegerich können eiförmig, eliptisch oder fast herzförmig sein. Je nach Standort sind die stark genervten Laubblätter bis zu 40 cm lang. In der Mitte der Rosette entspringt ein bis zu 50 cm langer Stengel, der mit einer ungewöhnlichen Blüte abschließt: Ein kleiner grauer Kolben oder Knöpfchen fungiert hier als Blütenstand. Die Blätter können sicher daran erkannt werden, dass die Nerven (Leitbündel) beim auseinanderzupfen des Blattes herausgelöst werden und zwischen den Blatteilen eine Verbindung bilden. Die jungen Blätter schmecken gekocht wie Spinat, manchmal etwas bitter. Die Blüten schmecken roh sehr würzig und leicht nach Pfeffer.

Wert der Pflanze / Inhaltsstoffe
Den Wegericharten wird eine heilende und wundverschließende Wirkung nachgesagt. Der Pflanzensaft enthält verschiedene Schleimstoffe und Gerbsäuren, auf welche die entzündungshemmende und heilende Wirkung zurückgeführt wird. Das Zusammenziehen von Wundkapilaren und die dadurch erzeugte Blutstillung sowie das aplizieren auf Insektenstiche und Scheuerstellen sind weitere Anwendungsgebiete. Die Blütenstände sind wegen ihres pikanten Geschmackes eine Bereicherung der Notnahrung.

Der Wert von Breitwegerich und Spitzwergerich sind in etwa gleich.

Verwechslungsgefahren:
Gegebenenfalls kann ein unerfahrener Pflanzensucher die Blätter des Spitzwegerich mit jenen einer Pflanze der Liliales (ein Teilbereich der Einkeimblättrigen Pflanzen) verwechseln. Beachtet man aber die netzartige Nervenstruktur der Wegerichblätter, scheint eine Verwechslung mit einer Giftpflanze ausgeschlossen.