Jemand hat sich im Wald verlaufen. Die Wolkendecke hat schon seit Stunden keinen einzigen Sonnenstrahl bis zum Boden durchgelassen. In der Umgebung gleicht ein Baum dem anderen und man hat das Gefühl im Kreis zu laufen. Man hat völlig die Orientierung verloren. Jetzt wäre es hilfreich, die Himmelsrichtungen zu kennen.

Nichts leichter als das! Aus dem Geldbeutel wird eine Stecknadel zu Tage befördert. Sie besteht aus aus einer Eisenlegierung. Durch das Reiben der Nadel an einem Wolltuch, einem Schal oder an Seide wird die Nadel magnetisiert. Dabei führt man das Tuch nur von einer zur anderen Seite der Nadel. Hat man das einige Male gemacht, ist die Nadel magnetisch. Je nach Literaturangabe zieht es nun eines der beiden Enden der Nadel in Richtung Norden, das andere nach Süden.

Auf einem Stückchen Holz oder auf anderem schwimmbaren Material wird die Nadel nun in eine Pfütze gelegt und diese richtet sich in Richtung Norden/Süden aus. 

Der Faktencheck

Da hat wohl jemand im Schulunterricht geschlafen. :) Eigentlich ist es für jeden sofort ersichtlich, dass diese Methode nicht funktionieren kann.

Die Nadel ist zwar aus Metall und lässt sich auch magnetisieren, dies ist jedoch nur möglich, wenn genügend sogenannte »Elementarmagnete« (genauer: Weiss-Bezirke) parallel ausgerichtet werden, so dass eine bestimmte Richtung (möglichst entlang der Längsachse der Nadel) gegenüber dem ungeordneten Durchschnitt überwiegt.

Dies lässt sich durch einen starken Ferromagneten (etwa aus einem Lautsprecher) bewirken, indem man ihn an der Nadel entlang streift, besser noch: indem man die Nadel einem starken homogenen Magnetfeld aussetzt. Das Reiben eines Gegenstandes an einem Fell, Stoff oder vergleichbaren Material bewirkt etwas anderes. Auf den geriebenen Gegenstand werden von den Fasern des Gewebes Ladungsträger abgestreift. Es entsteht ein Ladungsträgerüberschuss, der sich jedoch auf der leitenden Nadel vollständig verteilt (es gibt keine Ladungsschwerpunkte) und außerdem sofort über die nicht isolierenden Finger zur Erde hin abgeleitet wird.

Das statische Aufladen eines nichtleitenden (!) Materials ist dagegen sehr wohl möglich. Dieser einfache Versuch wird im Schulunterricht gerne durchgeführt. (Haare an Luftballon, Styroporstückchen an Plastikstab oder Kunsttofffolie).

Tatsächlich wirkt auf die statische Aufladung eines Gegenstandes - beispielsweise ein Plexiglasstäbchen - eine Kraft in Richtung anders geladener Gegenstände, die von der Ladung (q) abhängig ist. Diese Kraft ist genau diejenige, die Haare an einem geriebenen Ballon haften lassen. Lässt man den geladenen Ballon fliegen, zieht es ihn jedoch nicht nach Norden, binäre optionen sondern in Richtung einer nahegelegenen, großen, entgegengesetzten elektrischen Ladung.

Diese beiden Kräfte sind grundverschieden. Zwar lassen sich bewegte elektrisch geladene Teilchen in einem starken Magnetfeld beschleunigen/ablenken (so funktionierten die heute kaum noch gebräuchlichen Röhrenbildschirme), doch hierzu wäre ein extrem starkes Magnetfeld nötig, um etwa eine geladene Nadel bewegen zu können.

Zudem müssten beide Nadelhälften unterschiedlich gepolt sein, damit die eine Hälfte angezogen und die andere abgestoßen werden kann.

online binary options trading platform Da Metallnadeln jedoch elektrisch leitend sind, können diese durch das Reiben weder elektrisch noch magnetisch aufgeladen oder gepolt werden.

Dieser Mythos entstand wahrscheinlich durch fundamentale Gemeinsamkeiten bzw.Parallelen von Magnetismus und Elektrizität/Elektrostatik, die jedoch nicht falsch verstanden werden sollten.

 

Fazit:

binäre Optionen in MetaTrader 4 Durch das Reiben an einem Tuch lässt sich eine Nadel nicht magnetisieren. Auch die statische Aufladung hat keinen Einfluss auf die Ausrichtung der Nadel.

binary options Warum norden sich solche Nadeln dennoch aus, wenn sie in Wasser gelegt werden?

Bei der Herstellung von Nadeln, Büroklammern oder Nägeln werden diese aus einem Drahtstrang geschnitten und heute häufig induktiv (durch Magnetismus erhitzt) gehärtet oder weicher gemacht. Hierdurch sind viele Nadeln (aber nicht alle!) schon nach der Produktion magnetisch. Spätestens beim Sortieren oder Ordnen wird in den Nadelfabriken mit Magneten gearbeitet.

Ist eine Nadel jedoch nicht magnetisch gewesen, lässt sich diese nicht durch Reiben magnetisieren. Dies kann man einfach austesten, indem eine Nadel zum Glühen gebracht wird. Hierdurch ordnen sich die »Elementarmagnete« chaotisch aus und die Nadel ist nicht mehr magnetisch gepolt, auch wenn sie es vorher war. Auch müsste es möglich sein, eine schon magnetisch gepolte Nadel durch Reiben mit einem Tuch in die entgegengesetzte Richtung, also »umgekehrt« zu magnetisieren.

Beides funktioniert nicht.

Beste u s binäre Optionen Broker Egal wie lange Sie an ihrer Nadel reiben – sie ist keine und wird auch nicht zur Kompassnadel.

 

Danke an Norbert Hillebrand für die Hilfe bei diesem Artikel.

Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen zu den Artikeln (an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), sowie über Anregungen zu weiteren »Survivalmythen«, die ich zur Aufklärung nach neuen wissenschaftlichen Angaben überprüfen und in der Praxis austesten werde.

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