Bis Mitte Juni locken die frischgrünen Triebenden der vieler Nadelbäume wie Fichten, Tannen und teilweise Kiefern Schleckermäuler. Die zarten Nadeln schmecken säuerlich und eignen sich nicht nur als Äsung für Wildtiere: auch Bushcrafter zupfen die erfrischenden Nadeln gerne ab. Hier ein Rezept, wie mit Zucker aus der leckeren Erfrischung eine goldgelbe Melasse gekocht werden kann - Fichtennatelhonig.

[alert style="danger"]Vorsicht: Auch Eiben haben um diese Jahreszeit hellgrüne Triebspitzen. Im Zweifel den Bäumen mit einem Bestimmungsbuch zu Leibe rücken! Außerdem sind die Harzbestandteile in Nadeln in größeren Mengen nicht unproblematisch - nur als Brotaufstrich und nicht regelmäßig anwenden![/alert]

Zutaten für rund 1 kg Honig bzw. Fichten Sirup

  • Ca 300 Gramm frühlingsfrische Fichtennadeln
  • 1 l Wasser
  • 1 kleine Zitrone
  • 1 kg Zucker(mit Rohrzucker wird der Honig besonders kräftig)

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Die Fichtennadeln werden gesammelt: Aber immer nur vereinzelt von verschiedenen Bäumen - nicht einen Baum ganz abernten. Auch darf nie die obere Triebspitze kleiner Bäume gesammelt werden. Dies beschäfigt den Baum stark und er wächst kaum gerade und bildet Zwiesel aus. Idealer Weise sind die Triebspitzen zwischen einem und zwei Zentimetern lang.

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Die Nadeln werden in einem Liter Wasser mit der Zitrone aufgekocht. Bei geringer Hitze eine halbe Stunde köcheln lassen. Danach langsam auskühlen und abgedeckt über Nacht ziehen lassen.

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Die Nadeln werden mit einem feinen Nudelsieb entfernt. Der Sud wird mit dem Zucker vermengt und langsam unter Rühren erhitzt, bis sich der gesamte Zucker gelöst hat. Die Hitze wird reduziert, biss die Flüssigkeit nur noch leicht brodelt.

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Bei geringer Hitze wird die Melasse über 3-4 Stunden eingedickt, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ist die Hitze zu groß, karamelisiert der Zucker und der Honig wird bitter.

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Der Fichtennadel-Honig wird in in Marmeladegläser abgefüllt, wo er erkaltet. Die Gläser müssen nach dem Befüllen nicht gestürzt werden - durch den hohen Zuckergehalt ist der Honig lange haltbar, verliert nach einiger Zeit allerdings an Frische und Säure.

Der Honig schmeckt super auf selbst gebackenen Brotfladen am Morgendlichen Lagerfeuer zum Trapperkaffee. Außerdem soll er lindernd bei Husten, Halsschmerzen und leichten Erkältungen wirken.

Guten Appetit!

 

 
Über den Autor: Sepp Fischer alias Waldhandwerk ist unser Bushcraftspezialist am Standort Bad Tölz.Zu unserem Angebot in Bad Tölz.