Sobald im Frühsommer die Glühwürmchen über die Wasserflächen stiller Tümpel und langsamer Flüsse fliegen, ist Sumpfkrebszeit! Die Population von eingeschleppten Sumpfkrebsen aus Amerika vermehren sich in hiesigen Gewässern explosionsartig. Wer in lauen Sommernächten an Gewässer geht und in das Wasser leuchtet, wird eine große Menge von Tieren dieser Gruppe in die Dunkelheit des tiefen Wassers verschwinden sehen.

Diese Krebse sind eingeschleppt worden und unterscheiden sich durch ihre 3 deutlichen "Stachelleisten" über dem Auge deutlich von den einheimischen und mittlerweile sehr seltenen Astacusarten, die an dieser stelle "stumpfe" Leisten besitzen.

 

 

Diese Spitzen sowie die relativ schmalen Scheren sind jedoch auch beim Fang nicht ganz ungefährlich. Besonders am Dorn vor den Augen, dem Rostrum kann man sich bei Unachtsamkeit verletzen. Die Scheren an sich sind ungefährlich, können aber durchaus bis ins Fleisch der Finger eindringen.

Um diese Krebse zu fangen, schleicht man sich am besten von "hinten" an. Blendet man den Krebs mit einer Lampe, bleibt er relativ ruhig im Wasser stehen. Nun legt man die Hand vorsichtig von Hinten über das Tier und drückt es gegen den Boden. Dabei versucht es häufig nach hinten zu fliehen. Das lässt sich verhindern, indem schnell reagiert wird und der Krebs in der Handfläche verschwindet.

Nun muss man den Krebs schnellstmöglich entweder an Land schleudern oder aber so umgreifen, dass er am Rückenpanzer gehalten werden kann, wie auf dem Bild zu sehen.

Mit etwas Geschick lassen sich auf diese Weise in einer Stunde zwischen 10 und 50 Krebse fangen. Einfacher ist das natürlich mit einem Kescher. Dieser wird von hinten über den Krebs gezogen. Durch Fluchtversuche drängt sich der Krebs in das Netz und fängt sich so selbst.


Essbare Teile:

Prinzipiell kann man diese Krebse "mit Haut und Haaren" essen. Wer nicht allzu zimperlich ist, röstet den Panzer knusprig durch und beißt von Hinten den Schwanzmuskel ab. Der vordere Panzer kann abgenommen und das darunter liegende grüne Gewebe verzehrt werden. Wer Wert auf Etikette legt, "pult" den Krebs wie eine Garnele und tunkt ihn nach der Zubereitung in Knoblauchsoße.

Zubereitung & Wert:
Die Krebse sind großartig, wenn es um den Nährwert geht. Das zarte Muskelfleisch in Schwanz und Scheren ist sehr delikat und praktisch pures Eiweiß. Sofern man sich nicht zwicken lässt, kommt man beim Krebsfang schnell und unkompliziert an große Mengen Fleisch. Soll die gesamte Energie gewonnen werden, wird die grüne Mitteldarmdrüse mitverzehrt. Sie kann einen fabelhaft intensiven, jedoch leicht fischigen Geschmack haben und ist sehr energiereich.

Krebse werden lebend gehalten, bis sie zubereitet werden. Das geschieht am besten in einem Eimer Wasser, der hin und wieder gerührt wird, um Sauerstoff unterzumischen. Zum Töten werden die Tiere einzeln in lebhaft sprudelndes Wasser gegeben. Das Tier ist sofort tot und erleidet keinerlei Schmerzen.

Getötete Krebse können paniert und frittiert werden. Das Rösten des für einige Momente gebrühten Krebses direkt über der Glut macht das Fleisch aromatisch und würzig.


Verwechslungen

Wer sich  über einen ganz besonders großen Krebs freut, sollte ihn zur Sicherheit wieder frei lassen, da es sich um einen Edelkrebs handeln könnte. Die Scheren der eingeschleppten Sumpfkrebse sind schlank und lang - häufig sind sie an der Spitze rötlich gefärbt. Im Vergleich dazu sind die Scheren der seltenen Einheimischen gewaltig. Wer auf die Scherenproportion achtet und über den Augen deutlich mehrere Stacheln findet, kann sich ziemlich sicher sein, dass es sich um einen eingeschleppten Krebs handelt.

Bitte entnehmen Sie aus Gewässern keine einheimischen Edelkrebse, da sie durch eine von den amerikanischen Krebsen eingeschleppte Krankheit vom Aussterben bedroht sind.

Zu beachten ist, dass Krebse unter das Fischereirecht fallen und darum nur von einer Angelberechtigten Person entnommen werden dürfen. An Privatteichen erlaubt der Halter Ihnen sicherlich, Krebse zu entnehmen, da diese schlimme Laichräuber sind und den gesamten Besatz zunichte machen können.