Gefahren und Ausrüstung
Besonders für Extremreisende hält der Dschungel Indochinas viele Überraschungen bereit. Während sich die meisten wohl an die mögliche Gefahr von Tigern, Schlangen, Spinnen und Skorpionen erinnern werden, besteht das Hauptrisiko tatsächlich in Insektenstichen sowie mikroskopisch kleinen Parasiten und Krankheitserregern. Während die Hauptgefahr Malaria tropica, eine chronische und häufig tödliche Krankheit durch Malariamittel verhindert wird, besteht kein Schutz gegen Krankheiten wie Dengue-Fieber und durch Mückenstiche übertragene Infektionen wie Filariose. Eine Vielzahl unangenehmer Parasiten können durch den Stich einer einzelnen Mücke übertragen werden, auch das Essen roher Speisen wie Fisch, Fleisch oder Gemüse kann schwere Zoonosen zur Folge haben. Selbst das Barfußlaufen oder Benetzen der Haut mit Flusswasser kann eine Infektion durch Hakenwürmer und Bilharziose verursachen.
Die Gefahr, die von großen oder giftigen Tieren ausgeht, ist im Vergleich zu diesen Risiken denkbar gering. Wie auf vergangenen Touren verlassen wir uns darauf, dass der nötige Respekt vor gefährlichen Arten und die Achtung aller Tiere ausreicht, um Unfällen vorzubeugen. Tiere, die aufgrund von Krankeiten wie Tollwut die gesunde Scheu vor Menschen verloren haben werden mit wirksamen Abwehrsprays auf Distanz gehalten.

Ein unkalkulierbares Risiko stellt die Vergiftung des Regenwalds während des zweiten Indchinakrieges mit Agent Orange und anderen chemischen Kampfstoffen dar. Auch das Risiko, das durch Blindgänger oder Minen ausgeht, darf keines Falls unterschätzt werden.

Um die Gefahr der Hinterlassenschaften des Krieges zu minimieren bewegen wir uns hauptsächlich in Gebieten, die nicht schwer umkämpft wurden. Da besonders die Grenzgebiete zu Kambodia und Laos Rückzugsorte des Vietkongs waren sowie die Nord-Süd-Grenze strategisch wichtige Stellen waren, werden wir dort das Laufen auf unbefestigten Wegen meiden.

Spezialausrüstung.

Da das sichere Vorankommen und der möglichst krankheits- und komplikationsfreie Verlauf der Reise Vorraussetzung ist, um alle Ziele zu erreichen, sind wir mit speziell zusammengestellten und entwickelten Gerätschaften unterwegs. Während die persönliche Tropenausrüstung aus festen Stiefeln, Mückenschutz, Abwehrspray und Macheten besteht, beschränken wir uns im Bereich "Küche" auf einen Aluminiumwok, einem Wasser- und Reistopf und Essstäbchen. Trinkwasser wird filtriert.
Aufgrund des Klimas am Ende der Regenzeit wird großen Wert auf Regenschutz sowie die wasserfeste Unterbringung der Spezialausrüstung gelegt. Das Lager währen den Fangexkursionen wird mit einem Tarp zur Unterbringung der Ausrüstung angelegt. Die Übernachtungsstätten bestehen jeweils aus Hängematten, die durch speziell entwickelte Fliegennetze mückendicht verschlossen werden können. Über den Matten spannt sich jeweils ein ultraleichtes Tarp. Für die Lagerarbeiten entsteht ein effektiver Mückenschutz durch DEET und Pyretroidverdampfer.

Die Macheten teilen sich auf in eine Buschmachete für das Freilegen der Pfade und zum Säubern von Arbeits- oder Lagerflächen sowie aus einer Arbeitsmachete aus zähem Spezialstahl, der das Bearbeiten der harten Materialien wie Bambus verkraftet.

Die Fang und Präparationsausrüstung ist zur Gewichtsersparnis auf minimales Stahlmaterial wie Scheren, Pinzetten und Klammern sowie vorbereitete Reuseneingänge aus Netz und 4 Fangleinen mit jeweils 20 Haken beschränkt. Zum Fangen von Insekten, Spinnen und Skorpionen werden kleine Fang- und Aufbewahrungsgefäße mitgeführt. Zum Auffinden der hauptsächlich nachtaktiven Skorpione arbeiten wir mit einer hochleistungs UV-Leuchtdiodenlampe.


Zur Ernährung greifen wir auf das bewährte Expeditionssystem zurück:
Zum hauptsächlichen Energiegewinn werden Kohlehydrate, hier Reis, mitgeführt. Um den Proteinbedarf auszugleichen, werden kleine Tiere, Spinnen, Insekten, Fische und Reptilien gejagt und zubereitet. So lässt sich eine zuverlässige Energieversorgung mit leichten Lebensmitteln bei gleichzeitiger Abwechslung erzielen.