Profil:

  • Reisezeit: (Europ.) Frühsommer 2013
  • Ort: Bolivien, Anden 3890 m. ü.NN
  • Weg: 180-250 km West-Ost Querung des Salar de Uyuni vollautark
  • Gruppenstärke: Solo
  • Referenzprojekte: Projekt TaSaB 2007, Trans Negev 2008, Walk'in the Sky (Salar de Uyuni 2012)


Der auf 4000 Metern über dem Meer in den Bolivianischen Anden gelegene Salar de Uyuni ist nicht nur der höchste, sondern mit rund 10.000 Quadratkilometern auch der größte Salzsee der Erde.

Seit Jahrtausenden fließen während der Regenzeit unzählige Liter Wasser auf die Fläche und waschen dabei Salz aus den Vulkanensockeln der Umgebung. In der Trockenzeit verdunstet das Wasser im ariden Klima schnell wieder. So entstand über die Zeit eine viele Meter dicke Salzdecke, die nicht nur betreten, sondern sogar von Lastwagen befahren werden kann.

Die Anwohner des Sees leben vom Tourismus und dem Salzabbau, eine harte und auf dieser Höhe auszehrende Arbeit, die nur gering entlohnt wird. Kochsalz wird mittlerweile sehr viel günstiger in industriellen Salzbergwerken gewonnen, wodurch die Nachfrage nach dem iodarmen Andensalz in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken ist.

Doch das schwindende Interesse am Salar de Uyuni könnte sich sehr bald ändern. Denn in der Lauge unter dem Salzpanzer ist das weltgrößte Lithiumvorkommen entdeckt worden. Derzeit laufen Pilotprogramme zur Ausbeutung des unerwarteten Schatzes.

Nachdem Gregor Olenik und ich letztes Jahre im März versuchten, den Salar in Ost-West-Richtung zu durchqueren und durch heftige Gewitter der Regenzeit zu einer Planänderung, der Süd-Nord-Querung gezwungen waren, werde ich dieses Jahr erneut starten. Dieses mal jedoch alleine und mit minimalem Gepäck.

Die letzten erfolgreichen Salardurchquerungen zu Fuß wurden mit teilweise weit über 150 kg Gepäck durchgeführt. Ich werde – Trinkwasser mitgerechnet – auf etwa 40 kg Gepäck kommen. 20 Liter Wasser werden auf einer neuer Ultra-Light-Sulky transportiert, einem selbst entwickelter Handwagen, der alleine für die besonderen Anforderungen auf dem Salar de Uyuni angepasst worden ist.

Durch sehr eingeschränkte Ausrüstung und Trinkwasserversorgung ist eine genaueste Planung und Durchführung des Projektes für den Erfolg ausschlaggebend.

Die korrekte und gewissenhafte Vorbereitung sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Beispiele von unzureichend geplanten Projekten, die im Desaster endeten gibt es dennoch leider zu genüge.

Dieses Jahr werde ich im bolivianischen Winter aufbrechen, um den Problemen des letzten Versuches zu entgehen: Starkregen, Gewitter, Blitzschlag und versumpfte Randbereiche.

Jedoch ergeben sich daraus neue Schwierigkeiten. Auf rund 4000 Metern wird es im Winter bitterkalt. Zusammen mit der unbarmherzigen UV-Strahlung und der andauernden Höhenkrankheit kann es durch die notwendige Schutzkleidung und Minderdurchblutung schnell zu Unterkühlung und Erfrierungen kommen.

Dazu wehen auf der absolut glatten Salzfläche Winde, die nicht selten Orkanstärke erreichen.

Aufgrund des geringen Reisegepäcks wird auf ein richtiges Zelt verzichtet, sondern es wird in einem Biwaksack geschlafen.

Die Gesamtstrecke von etwa 180 bis 250 Kilometern muss in weniger als 8 Tagen bezwungen worden sein, da sonst das lebenswichtige Trinkwasser ausgehen wird.

Trotz der heute verfügbaren Kommunikations- und Navigationsmittel wird weder ein GPS, Tracker noch ein Satellitentelefon mitgeführt. Hier muss ich mich vollständig auf mein Wissen, das Training und die Vorbereitung verlassen. Navigiert wird ausschließlich mit einem einfachen Marschkompass sowie mit Militärkarten.

Aktuell: Das Projekt ist erfolgreich abgeschlossen worden! Über die Reise wurde eine Dokumentation gedreht.