Profil:

  • Reisezeit: März 2012
  • Ort: Bolivien, Anden 3890 m. ü.NN
  • Weg: 80 km Süd-Nord Teilquerung des Salar de Uyuni vollautark
  • Gruppenstärke: Dyade
  • Referenzprojekte: Projekt TaSaB 2007, Trans Negev 2008, TransSalar'13

Unter einem Survival-Experten stellt man sich jemanden vor, der im Wald lebt, sich aus einer Birke einen Unterschlupf zimmert, Pilze sammelt und mit selbstgeschnitzten Pfeilen kleine Waldtiere erlegt. Dass Survival viel mehr ist, beweist ein junger Abenteurer: Der „Vivalranger“ Joe Vogel ist Survival-Experte, Autor, Coach und Extremsportler in einem. Er ist zudem diplomierter Biologe. Joe hat schon die spektakulärsten Herausforderungen bestanden, er schwamm 300 Kilometer durch den Rhein, lief zu Fuß durch das Australische Outback, lebte mit den indigenen Ureinwohnern und durchquerte die Wüste Negev. Nach eigener Aussage braucht Joe für seine Unternehmungen nicht viel, nur ein Messer müsse immer dabei sein – und nach Möglichkeit auch der heißgeliebte Kaffee.

 

Durchquerung des größten Salzsees der Erde

Bei Joes letztem Projekt ging es um die Durchquerung des Salar de Uyuni in Bolivien. Mit rund 110 Kilometer Breite und 40 Kilometer Länger ist der Salar de Uyuni der größte Salzsee der Erde. Seine Fläche ist mit einer bis zu 30 Meter dicken Salzkruste bedeckt. Im Projektzeitraum März diesen Jahres war die Regenzeit gerade zu Ende gegangen, der See war noch mit knöchel- bis kniehohem Wasser bedeckt. Die aggressive Salzlauge hat auf der Haut sofort zu Entzündungen geführt. Daher trugen die beiden Abenteurer wasserdichte und atmungsaktive Socken und Handschuhe der Firma Sealskinz. „Die SealSkinz Socken waren für uns eine große Hilfe, wenn nicht sogar ausschlaggebend für die Weiterführung des Projektes. Sie haben die Füße und Hände sehr gut vor blutigen Blasen geschützt und damit ermöglicht, dass wir durchgekommen sind,“ berichtet Joe. Aggressive Salzlauge war im Übrigen nicht das Einzige, womit Joe und Kollege Gregor Olenik zu kämpfen hatten. „Nach der Ankunft in La Paz haben wir über eine Woche gebraucht, um Militärkarten des Salars zu besorgen. Außerdem wurde das Ersatzzelt inklusive Gestänge des Hauptzelts während des Gepäcktransports von Cochabamba nach Las Paz entwendet und wir haben es nur mit einigem Nachdruck wieder erhalten“, so Joe.

 

Aus Ost-West wird Nord-Süd

Die Tour selbst war anspruchsvoll, unter anderem, weil sich das gesamte Gelände auf rund drei- bis fünftausend Höhenmetern befindet. Zudem wurden Joe und Gregor regelmäßig von heftigen Unwettern mit rund zehn Blitzen die Sekunde heimgesucht: „Auf der glatten Ebene wäre ein Direkteinschlag fast sicher gewesen, wenn wir weiter nach Westen gelaufen wären. Deshalb sind wir entgegen der Pläne nach etwa einem Viertel der Strecke nach Norden abgezweigt. So wurde es nur eine teilweise Nord-Süd-Durchquerung. Wir planen aber, nächstes Jahr im März, nach der Regenzeit, noch einmal herunterzufliegen und die ursprünglich angedachte Ost-West Durchquerung zu vollenden. Das nächste große Projekt von Joe Vogel ist, neben einem erneuten Versuch im Salar de Uyuni, eine Reise in das AustralischeOutback.